Original paper

Ueber die chemische Natur des Eudialyts.

Rammelsbebg, C.

Kurzfassung

Unter den von Giesecke in Grönland gesammelten Mineralien befand sich ein granatähnliches, dessen Eigenthümlichkeit von Stromeyer erkannt wurde, der ihm wegen seiner leichten Zersetzbarkeit durch Säuren den Namen Eudialyt ertheilte. Stromeyer fand ausser Kieselsäure, Eisenoxyd und Kalk einen grösseren Gehalt an Zirkonerde und Natron, sowie etwas Chlor und lieferte 1819 eine Analyse, welche noch heute die grosse Genauigkeit dieses Chemikers erkennen lässt. Dies tritt recht deutlich hervor, wenn man die fast gleichzeitige Arbeit von Pfaff in Betracht zieht, welcher sich verleiten liess, ein Gemenge von Kieselsäure und Zirkonerde für einen neuen Körper zu halten, den er Tantaline nannte. Im Jahre 1844 sah ich mich veranlasst, für das Mineral eine Formel zu berechnen, und fand, dass es das Eisen nicht als Oxyd, sondern als Oxydul enthält; zugleich wiederholte ich die Analyse und zeigte, dass die durch Säuren abegeschiedene Kieselsäure immer Zirkonerde enthält, wie H. Rose Aehnliches in Bezug auf Titansäure beobachtet hatte. In demselben Jahre kündigte Scheerer ein bei Brevig in Norwegen gefundenes Mineral als Wöhlerit an, überzeugte sich aber drei Jahre später, dass es die Bestandtheile des grönländischen Eudialyts enthält, daneben etwas Ceroxyd und Tantalsäure. Auf einen Chlorgehalt hat er wohl nicht geprüft. Er nannte es Eukolit. Später wies Des Cloizeaux nach, dass es die Form des Eudialyts besitzt und sich von diesem nur durch die Art der Spaltbarkeit und den Charakter der optischen Axe unterscheidet. Der Name Eukolit muss also fortfallen. Damour analysirte beide, Nylander that gleiches, und fand die Cermetalle auch im grönländischen Eudialyt, den Lorenzen zuletzt nochmals untersucht hat. Die Resultate dieser Untersuchungen sind folgende: [...]