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Ueber Åsar und Kames in Mecklenburg.

Geinitz, Eugen

Kurzfassung

Da ich das Vorkommen echter Åsar und Kames in der mecklenburgischen Diluviallandschaft bisher nur ganz flüchtig erwähnt habe, möchte ich nunmehr einige derartige Vorkommen genauer mittheilen. 1. Åsar: Häufig finden sich in der von den postglacialen Schmelzwassern durchfurchten Diluviallandschaft schmale Rücken oder isolirte Kegel, welche ihrem Aeussern nach mit den Åsar verglichen werden können, welche aber ebenso gut als Plateaureste (von mir als "Woorte" bezeichnet) gelten können, d.h. von der Erosion und Evorsion verschont gebliebene Partieen des früher mehr zusammenhängenden Diluvialplateaus. Neben diesen unsicheren Formen trifft man aber auch ganz unzweifelhafte "Åsar", deren Bau und Conturen genau mit den Beschreibungen aus skandinavischen, ehstländischen oder nordamerikanischen Gegenden übereinstimmen. Ein ganz ausgezeichnetes Beispiel findet sich bei Gross-Lunow, 7 Kilometer südwestlich von Gnoien (auf meiner Uebersichtskarte der Seeen, Moore und Thalläufe Mecklenburgs in dem Gebiete zwischen den Orten Boddin und Jördenstorf gelegen). Die dortige Gegend dacht sich ganz allmählich von SW. her von 50 m zu 40 m im O. und zu 30 bis 35 m im N. ab; sie gehört dem hier sehr undeutlichen "Geschiebestreifen III" und dem sich ihm im NO. anschliessenden Gebiet von "gemischtem Typus" an, in welchem blockarmer, oberer Geschiebemergel und "untere" Sande abwechselnd den Boden bilden. Eine ausgesprochene "Moränenlandschaft" ist nicht entwickelt, doch zeigt das ziemlich ebene Plateau auch hier zahlreiche "Sölle" und grössere rundliche, flache Torfdepressionen; ausserdem haben sich hier zahlreiche lange und breite, aber stets flache Moorniederungen gebildet, ursprünglich meist isolirt, wenn auch oft in geraden oder gebogenen Reihen hintereinander gelegen, jetzt durch Gräben zu mehrfachen langen Wasserläufen verbunden. Auf diese zahlreichen flachen und weit ausgedehnten, sich oft mehrfach zipfelartig erweiternden Moorniederungen der dortigen Gegend (auf meiner erwähnten Uebersichtskarte nicht ganz vollständig angegeben) möchte ich besonders aufmerksam machen. Der Gesellschaft sind als Mitglieder beigetreten: Herr Dr. Wagner, Lehrer an der Ackerbauschule zu Zwätzen bei Jena, vorgeschlagen durch die Herren Von Koenen, G. Müller und Streng; Herr cand. phil. O. Zeise aus Hamburg, zur Zeit in Berlin, vorgeschlagen durch die Herren J. Roth, Dames und Tenne.