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Über die Grundlagen der für die Gliederung des deutschen Rothliegenden jetzt allgemeiner angenommenen Dreitheilung.

Beyrich

Kurzfassung

Die Thatsachen, auf welchen sowohl die Dreitheilung des Rothliegenden, wie die vom Vortragenden angenommene Abgrenzungsweise desselben gegen die aufliegende Zechsteinformation beruhen, wurden allmählich gewonnen durch die in den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland behufs Herstellung geognostischer Specialkarten ausgeführten Arbeiten. Vor dieser Zeit hatte man zwar in den Gegenden, wo das Rothliegende zuerst als eine besondere Gebirgsformation seinen Namen erhielt, am Harz, in Thüringen und Sachsen, die mannichfaltigen, die Formation zusammensetzenden Ablagerungen nach ihrer Folge zu ordnen begonnen, es fehlte aber, wie Naumann in seinem Lehrbuch der Geognosie von 1854 besonders hervorhob, noch ganz an einem Faden für die Aufstellung einer bestimmten Regel, nach welcher die in verschiedenen Ablagerungs-Gebieten ungleichen Gesteinsfolgen in gleichwerthigen Abschnitten geordnet werden konnten. Ein solcher Faden war erst gewonnen, nachdem man die Thatsache erkannt hatte, dass im Saarbrücker Gebiet die jetzt sogenannten Lebacher Schichten die gleiche Fauna von Wirbelthieren umschliessen, wie der Ruppersdorfer oder Braunauer Kalkstein und die bituminösen Schiefer von Trautenau und Neudorf in Schlesien und Böhmen. Da diese Fauna allein der Formation des Rothliegenden eine gewisse paläontologische Selbstständigkeit verleiht, erscheint es auch richtig, dass diejenige Stufe des Rothliegenden, welcher die Fauna nach bisherigen Erfahrungen allein zukömmt, als das Centrum der Formation, als Mittleres Rothliegendes von Oberem und Unterem geschieden wird. Das so bestimmte Mittlere Rothliegende fällt im Westen und im Osten Deutschlands zusammen mit der Zeit der gewaltigsten Ergüsse der im Rothliegenden erscheinenden Eruptiv-Gesteine, nach deren Abschluss hier wie da noch mächtige Ablagerungen folgen, die als Ober-Rothliegendes unterschieden werden und dem entsprechen, was in Sachsen und anderwärts auch postporphyrisches Rothliegendes genannt wurde.