Original paper

Über eine eigenthümliche Granulitart als Muttergestein zweier neuer Mineralspecies.

Adolf, Sauer

Kurzfassung

Bei einer beträchtlichen Erweiterung des Bahnhofes zu Waldheim in Sachsen wurde ein etwa 4 m mächtiges Gesteinslager entblösst, welches dem daselbst als Glimmer-, Sillimannit- und normaler Granulit entwickelten Granulitcomplexe concordant eingeschaltet ist und sich als eine in jeder Hinsicht eigenartige Mineralcombination erweist. Vollkommen Quarz-frei besteht es der Hauptsache nach aus mittelkörniger, albitischer Feldspathmasse und führt als weitere Bestandtheile spärlich bis sehr häufig: 1. ein ausgezeichnet prismatisch entwickeltes Mineral in bis daumenstarken Krystallen, stets ohne terminale Endigung, regellos vertheilt oder radialstrahlig gruppirt. Das Mineral gehört dem rhombischen System an und zeigt seiner Krystallform nach einen bald mehr an Andalusit, bald mehr an Sillimanit erinnernden Habitus. Demgegenüber ergaben mehrere vom Vortragenden ausgeführte Analysen folgende überraschende Zusammensetzung: (cf. pag. 705.) Für dieses krystallographisch dem Andalusit, bezw. Sillimannit, chemisch dem Staurolith sich nähernde Mineral wird der Name Prismatin vorgeschlagen.