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Über einen Handtiefbohrapparat und Spülbohren

Tecklenburg

Kurzfassung

Herr Tecklenburg, Darmstadt, legte mannichfachem Wunsche entsprechend einen Handtiefbohrapparat von ihm vor, welcher eine ungemein grosse Verbreitung gefunden hat und z.B. von den geologischen Landesanstalten in Strassburg und Darmstadt zu den geologischen Aufnahmen verwandt wird. Derselbe eignet sich zum Untersuchen des Untergrundes bis zu 9 m Tiefe im weicheren Gebirge. Er besteht aus einem Hohlgestänge, der Krücke, Schaufel, Brechstange, Spitzhammer, Flachhammer, Schmilme, Krückel, Schappe, Abfanggabel, Universalschlüssel, Flachmeissel, Kronenbohrer, Schneckenbohrer, Spiralbohrer, Hohlbohrer, Spitzbohrer und Ventilbüchse. In der Regel sind nur die Krücke, das Gestänge, die Schmilme, der Spiralbohrer und der Universalschlüssel nöthig. Bei günstigen Schichten kann man in wenigen Minuten einen Meter tief bohren und vollständig erkennbare Proben ziehen. Da das Gestänge und der Kronenbohrer hohl sind, so kann man denselben auch mit Wasserspülung anwenden, besonders wenn man an eine vorhandene Druckwasserleitung anschliessen kann. Verbindet man z.B. die Darmstädter Wasserleitung damitund bohrt in sandigem Terrain, dann sinkt der Bohrer so schnell nieder, dass man sich beeilen muss, neue Rohre aufzuschrauben. Im Anschluss hieran machte der Vortragende einige interessante Mittheilungen über das neuerdigs sich immer mehr verbreitende Spülbohren. Nachdem der Franzose Fauvelle 1846 das Bohren mit Wasserstrahl erfunden und auch einmal mit Erfolg angewandt hatte, blieb es, trotzdem es Arago in der Akademie der Wissenschaften in Paris besprochen und empfohlen hatte, 10 Jahre unbeachtet, bis es von Van Eicken und später von Köbrich wieder aufgenommen und vervollständigt wurde.