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Der Porphyritzug von Wilsdruff-Potschappel.

Bruhns, Willy

Kurzfassung

Den Gegenstand der vorliegenden Abhandlung bildet das von Naumann (Erläuterungen zur geognostischen Karte von Sachsen, V, pag. 198 ff.) als "Potschappeler Porphyr" bezeichnete Eruptivgestein. Dasselbe wird heutzutage von den Petrographen als "Hornblendeporphyrit von Potschappel" und "Glimmerporphyrit von Wilsdruff" angeführt. Neuere Untersuchungen darüber liegen nicht vor, mit Ausnahme einer kurzen Schilderung der mikroskopischen Zusammensetzung, welche Rosenbusch in seiner Mikroskopischen Physiographie der massigen Gesteine pag. 286 diesem Gestein widmet. Das Gestein bildet, wie schon Naumann l. c. anführt, einen zusammenhängenden Zug, welcher von Wilsdruff in OSO.-Richtung über Kaufbach, Unkersdorf, Steinbach, Kesselsdorf, Wurgewitz, Kohlsdorf, an Zaukeroda vorbei bis Potschappel und Gross-Burgk in einer Länge von ca. 11 km und einer grössten Breite von ca. 3 km. (bei Unkersdorf) sich erstreckt. Während in NW. dieser Zug an der Oberfläche eine zusammenhängende Masse bildet, wird in SO. durch einen von Wurgewitz über Potschappel sich ununterbrochen hinziehenden Kohlengebirgsstreifen über Tage eine Trennung des Porphyrites in einen südlichen oder Potschappeler und einen nördlichen oder Pesterwitzer Porphyrzug hervorgerufen. Der Pesterwitzer Zug ist von Wurgewitz an noch bis Kohlsdorf entblösst, verschwindet von da bis nahe vor Pesterwitz unter dem Kohlengebirge und zieht sich dann bis an das Bett der Weiseritz hin. Der Potschappeler Zug bildet mehrere durch Kohlensandstein getrennte Kuppen-ähnliche Erhebungen, welche in der Tiefe wahrscheinlich untereinander und mit dem nördlichen Zug zusammenhängen, da sie alle sehr flach gewölbt erscheinen.