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Notiz über Bilobiten-ähnliche als Diluvial-Geschiebe vorkommende Körper.

Roemer, Ferd.

Kurzfassung

Wenn die zu beschreibenden Körper als Bilobiten-ähnlich bezeichnet werden, so geschieht dies lediglich wegen der Aehnlichkeit in der Sculptur der Oberfläche. Das Hauptmerkmal der Bilobiten dagegen, welchen sie ihre Benennung verdanken, die Zweitheiligkeit, fehlt diesen Körpern durchaus. Es sind vielmehr einfach walzenrunde, fingerdicke oder auch nur bleistiftdicke Körper. Auch darin unterscheiden sie sich durchaus von den Bilobiten, dass sie nicht wie diese mit der Unterseite fest mit dem Gestein, in welchem sie vorkommen, verwachsen sind. Sie sind vielmehr ringsum vollständig frei. Die Sculptur der Oberfläche besteht aus dicht gedrängten, bogenförmig gekrümmten und zum Theil übereinander greifenden, fadenförmigen Längsreifen. Der eigentümlich schiefbogenförmige Verlauf dieser Längsreifen ist es, welcher an Bilobites (Cruziana) erinnert, obgleich er im Einzelnen auch wieder abweicht. Die Dicke der Längsreifen ist bei den verschiedenen Stücken verschieden; im Allgemeinen entspricht ihre Stärke der Dicke der Stücke. Zuweilen läuft ein einzelner stärkerer Längsreifen schief über die anderen fort. Hin und wieder dichotomiren einzelne Längsreifen. Bei einzelnen stärkeren Längsreifen beobachtet man eine feine mittlere Längslinie. Nur wenige Zoll lange Bruchstücke des Fossils liegen vor. Bei keinem ist eine natürliche Endigung vorhanden, sendern alle sind an beiden Enden abgebrochen. Der Querschnitt ist nahezu regelmässig kreisrund. Nicht alle Stücke sind vollkommen cylindrisch, sondern einige verjüngen sich ein wenig nach dem einen Ende. Auch eine geringe Krümmung nimmt man bei einigen Stücken war. Die nachstehenden (pag. 763) Figuren stellen drei Stücke mit den Querschnitten in natürlicher Grösse dar. Wenn vorher bemerkt wurde, dass alle Stücke walzenrund und ringsum frei sind, so ist dieses nicht ganz genau.