Original paper

Ueber Ophiuren aus dem Oberen Muschelkalk bei Schlotheim in Thüringen.

Picard, K.

Kurzfassung

In seiner Arbeit "Ueber den Keuper bei Schlotheim in Thüringen und seine Versteinerungen" beschrieb mein Vater, E. Picakd in Schlotheim, zwei neue Ophiuren, Aspidura squamosa und coronaeformis. Von beiden war nur die Rückenseite beobachtbar. Die Unterscheidung wurde auf die Anordnung der Lateral- und Dorsalschuppen und das Verhältniss des Durchmessers der Scheibe zur Breite der Arme gegründet. Das Original zu A. squamosa kam abhanden, und erst im Sommer 1886 war ich so glücklich, nahe der alten Fundstätte eine Anzahl Exemplare zu sammeln, an denen auch die Unterseite sichtbar ist. Nach diesem Material will ich versuchen, die oben erwähnte Beschreibung zu ergänzen, zumal die Schlotheimer Ophiuren mehrfach besprochen und gedeutet worden sind. Die Ophiuren kommen in einer Schicht vor, welche in ihrer Umgebung dadurch auffällt, dass sie auf beiden Seiten mit Petrefacten besetzt ist. Die Fauna der rauheren Unterseite, welche mit Ophiurentrümmern dicht bedeckt ist und die meisten vollständigen Exemplare liefert, ist auf Ceratites nodosus De Haan, der sehr häufig vorkommt, und vereinzelte Bruchstücke von Pecten discites und Gervillia socialis v. Schloth. beschränkt. Die glattere Oberseite ist reicher an organischen Resten. Es fanden sich Ostrea subanomia Münst., O. reniformis Münst., O. ostracina Schloth., Anomya?, Pecten Alberti Goldf., P. discites Schl (sehr häufig und in den verschiedensten Stadien der Entwicklung), P. tenuistriatus G. v. Münst., Gervillia socialis v. Schl., G. subglobosa Credner, G. costata v. Schl., Myophoria vulgaris v. Schloth. (nicht selten), M. simplex v. Schloth., M. alata (?) v. Alb., Anoplophora musculoides (?) v. Schl. (in kleinen Exemplaren), Zähne von Hybodus obliquus AG., Schuppen von Gyrolepis tenuistriatus AG. etc. Die Ophiuren liegen besonders auf Cer. nodosus, von welchem die Varietät mit zwei Knotenreihen vorwiegt.