Original paper

Ueber das Mittel-Oligocän von Aarhus in Jütland.

von Koenen, Adolf

Kurzfassung

Während in Norddeutschland und Belgien seit etwa dreissig Jahren die Gliederung und Verbreitung der marinen Tertiär-Ablagerungen, besonders durch die Arbeiten von E. Beyrich, im Grossen und Ganzen genugsam bekannt ist, und im Anschluss hieran auch für Holstein und Schleswig durch L. Meyn und J. O. Semper die Grundlage der Kenntniss der Tertiärbildungen gegeben war, fehlten über Jütland und die dänischen Inseln fast alle bezüglichen Angaben. Von hervorragendem Interesse war daher ein kurzer Aufsatz von O Mörch: "Forsteningerne i Tertiaerlagerne i Danmark" (Meddedelse paa de 11. skandinaviske Naturforskermöde i Kjöpenhavn 1873, Kopenhagen 1874, pag. 274 ff.), in welchem er eine Anzahl zumeist bisher unbekannter Fundorte unter Mittheilung von Listen von Fossilien anführte. Seine Listen von Fossilien der miocänen Localitäten vervollständigen das durch die Arbeiten Beyrich's, Semper's sowie durch die meinigen schon Bekannte. Das aus dem Sand und Thonlager der Gasanstalt Erwähnte ist seitdem von mir genauer untersucht und beschrieben worden (Ueber das Paleocän von Kopenhagen, Göttingen 1885); ich kann jetzt hinzufügen, dass auch die sogenannte "Glaukonitsand-Formation", welche auf Seeland etc. vielfach über der Kreide liegt, nach den im Kopenhagener Museum aufbewahrten Abdrücken zu urtheilen, identisch oder doch nahe verbunden mit den Schichten der Gasanstalt ist und nicht zur Kreide gehört, wie gewöhnlich angenommen wurde; in einer wichtigen Arbeit von Gottsche: "Die Sedimentärgeschiebe der Provinz Schleswig-Holstein" (Yokohama 1883), die ich erst nach erfolgtem Druck meiner obigen Abhandlung erhielt, werden ferner eine Anzahl von Fundorten von Eocän-Geschieben angeführt, welche mit dem Calcaire grossier und dem Barton-Thon verglichen werden, aber voraussichtlich alle oder fast alle paleocän sind und daher die Zahl der von mir dort (pag. 5) erwähnten Fundorte paleocäner Gesteine wesentlich vermehren.