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Anstehender oligocäner Sand in Mecklenburg.

Geinitz, Eugen

Kurzfassung

Die kürzlich (diese Zeitschr. 1886, pag. 264) von Ihnen ausgesprochene Vermuthung, dass in Mecklenburg echte, oberoligocäne Glimmersande nachgewiesen werden möchten, ist sehr bald bestätigt worden, indem ich in dem Blocksberg bei Meierstorp südlich von Parchim nunmehr das bereits im Jahre 1883 vermuthete Anstehende des Glimmersandes im letzten Sommer sicher aufgefunden habe. Schon 1883 beschrieb ich (Flötzformation Mecklenburgs, pag. 134, 138) das auffällige Vorkommen von Eisensteingeoden und -Scherben als massenhaft angehäufte "einheimische" Geschiebe im dortigen Diluvialdecksand, auch fand ich damals eine undeutliche Entblössung von Glimmersand in einer dortigen Sandgrube. Ein günstiger neuer Abbau zeigte mir nun in diesem Sommer hier das unzweifelhafte Anstehende des oberoligocänen Glimmersandes, und zwar an zwei Stellen in der Meereshöhe von 85 resp. 100 Meter. Im westlichen Theil der Grube sieht man mächtigen Geschiebemergel, sich nach Osten vorschiebend und hier den weissen und gelblichen, feingeschichteten Glimmersand zusammenstauchend. Beide Gesteine sind von 1/2-1 m mächtigem Decksand überlagert, an dessen unterer Grenze ein wahres Steinpflaster von zertrümmerten, ordnungslos gestellten Eisensteingeoden sich befindet. Dieses Pflaster ist es auch, welches bei Rodungen und beim Pflügen stets enorme Massen der oft an wundervollen Versteinerungen überreichen Eisensteinscherben und -Geoden zu Tage fördert. Letztere stammen aus dem Glimmersand. In dem Glimmersand fand ich eine 0,1-0,2 m dicke Zwischenschicht von etwas braunerem Sand und sandigem Letten, in welcher zahlreiche Eisensteingeoden auf ursprünglicher Lagerstätte eingebettet liegen.