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Über Olivinfels von Habendorf bei Langenbielau in Schlesien.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Das vom Vortragenden entdeckte und nordwestlich des Ortes gelegene Vorkommen bildet mit Amphibolit eine durch einen kleinen Steinbruch theilweise aufgeschlossene linsenförmige Einlagerung im flaserigen Biotitgneiss. Ihre gesammte Mächtigkeit beträgt gegen 5 m, und ihre Länge dürfte 10 m nicht überschreiten. Die äussere 1-1 1/2 m starke Schale der Linse wird von einem schwarzen, dickschiefrigen Amphibolit, der aus Strahlstein-artiger Hornblende und accessorisch aus Eisenkies und Rutil besteht, gebildet. Das 2 1/2 m mächtige Innere wird von einem ungemein frischen Olivinfels eingenommen. Der Olivin ist, wie bemerkt, von ausgezeichneter Frische und macht den Hauptgemengtheil des Gesteins aus; hierzu tritt stets Chromit in ziemlicher Menge, während Enstatit und Strahlstein nur in bestimmten Gesteinslagen vorkommen. Durch diese zonenartige Vertheilung der letzteren beiden Mineralien erhält die Felsart eine unverkennbare Schichtung, die nach dem Amphibolit zu ganz deutlich hervortritt. Die bis 1 m starke Schicht zwischen dem reinen Olivinfels und dem Amphibolit wird aus bis 1 dm mächtigen und mit einander abwechselnden Lagen von lichtem Strahlstein-Schiefer und Olivinfels aufgebaut. Diese Strahlstein-Schiefer führen mehr oder minder reichlich Olivin, wie auch die Olivinfels-Schichten Strahlstein in wechselnder Menge aufnehmen. Die innige Verbindung des Olivinfels mit Amphibolit lehrte, dass die Serpentine, die häufig mit Amphiboliten im Eulengebirge gleichsam zu einem Gesteinslager zusammentreten, nicht aus letzterem Gestein entstanden zu sein brauchen, sondern ihre Entstehung jedenfalls auch ähnlichen Olivinfels-Schichten verdanken. Eine ausführliche Darstellung der petrographischen und geologischen Verhältnisse des Olivinfels von Habendorf wird der Vortragende im Jahrbuch der königl. preussischen geologischen Landesanstalt pro 1886 veröffentlichen.