Original paper

Über senone Phosphoritlager bei Halberstadt

Dames

Kurzfassung

Herr Dames theilte unter Vorlage der betreffenden Gesteinsproben mit, dass in der Nähe von Halberstadt nunmehr auch, wie schon seit einiger Zeit bei Zilly, etwa 2 Meilen west-nordwestlich von Halberstadt, senone Phosphoritlager aufgefunden sind. Dieselben befinden sich südlich von Halberstadt unweit der Sternwarte und des Felsenkellers auf der Westhälfte des zwischen Halberstadt und Quedlinburg sich erstreckenden elliptischen Senonplateaus, dessen Längsaxe ungefähr NW - SO gerichtet ist. Während nun in dessen östlicher Hälfte in zahlreichen Steinbrüchen am Ufer des Zapfenbachs nördlich von Quedlinburg mit grösster Deutlichkeit wahrzunehmen ist, dass der sogen. Subhercyn-Quader hier direct von diluvialen Schottern bedeckt wird, schiebt sich nach Westen zu zwischen beide noch ein sehr glaukonithaltiger, grüner oder grünlich - brauner, bis etwa 2 m mächtiger Sand ein, welcher an Fossilien bisher nur abgerollte Haifisch-Zähne geliefert hat. An seiner Basis führt er die Phosphoritknollen, so dass dieselben fast dem unterlagernden Subhercyn-Quader aufliegen. Die Phosphoritknollen (von den Arbeitern, wie überall am Harzrande, so auch hier "Coprolithen" genannt) sind meistens nuss- bis eigross und liegen dicht beisammen. - Die Gewinnung geschieht auf die denkbar einfachste Art. Man gräbt Gruben von etwa 10 m Länge und 5 m Breite bis zur Phosphoritknollen-Schicht, beutet letztere aus, wirft die Gruben wieder zu und geht so allmählich vor, ohne grosse Flächen auf einmal der Beackerung zu entziehen. - Da entscheidende Versteinerungsfunde noch nicht gemacht sind, ist die Altersstellung nur aus der Lagerung zu entnehmen. Diese weist auf das sogen. Heimburg-Gestein hin, das Hangende des Subhercyn-Quaders, das allerdings bisher so weit östlich noch nicht nachgewiesen war. Damit aber stellt sich das Halberstädter Phosphoritlager in genaue Parallele mit dem von Zilly, welches demselben Niveau angehört. Schliesslich sei noch darauf hingewiesen, dass unweit Halberstadt noch ein zweites Phosphoritlager in der Kreideformation aufgefunden ist.