Original paper

Ueber einige Cetaceen-Reste vom Fusse des Kaukasus.

Van Beneden, T. J.

Kurzfassung

Durch Herrn Professor Dames erhielt ich einige von Sr. Excellenz dem Herrn General Von Erckert westlich von Wladikawkas in der Tschetschnjá, einer Landschaft des Daghestan, am Nordabfall des Kaukasus gesammelte Cetaceen-Reste zur Untersuchung zugeschickt, welche nunmehr in der paläontologischen Sammlung des königl. Mineralogischen Museums zu Berlin aufbewahrt werden. Diese Reste gehören sämmtlich Cetaceen an und bestehen: 1. aus einem Schädelfragment; 2. der Basis eines Rostrum; 3. vier Wirbeln. Sie alle tragen die Merkmale eines Bartenwales, also eines Mystacoceten, an sich, bis auf zwei der Wirbel, die, ihrer Länge wegen, ihre Zugehörigkeit zu einem Cetodonten vermuthen lassen. Die ersteren zeigen Charaktere, welche Brandt's Cetotherium, einer Gattung aus der Umgebung des Schwarzen Meeres, ankommen. 1. Schädelfragment. An dem Schädelfragment erkennt man hinten einen Theil des Occipitale mit seinem Schuppentheil, auf der Seite eine Partie des Parietale und unten ein bedeutendes Stück des Temporale mit der Bulla tympanica. - Da sich die Schuppenpartie am Occipitale in situ befindet, so ist zu erkennen, dass die Gehirnhöhle, anstatt wie bei den Delphinen gewölbt zu sein, im Gegentheil abgeplattet und nach oben und vorn ausgedehnt ist, indem sie sich fast unmerklich von hinten nach vorn verschmälert.