Original paper

Notiz über ein als Diluvial-Geschiebe vorkommendes Bilobiten - ähnliches Fossil.

Roemer, Ferd.

Kurzfassung

Nachdem unlängst gewisse fingerdicke, walzehrunde, durch eine eigenthümliche, derjenigen der Bilobiten ähnliche Oberflächen - Sculptur ausgezeichnete Körper aus einer Sandgrube von Finkenwalde bei Stettin von mir beschrieben wurden, liegt mir jetzt ein Fossil aus dem norddeutschen Diluvium vor, welches mit noch viel mehr Recht insofern als Bilobiten - ähnlich bezeichnet werden kann, als es mit den typischen cambrischen und silurischen Bilobiten auch die Zweitheiligkeit und die bedeutendere Grösse gemein hat. Nur das einzige in der umstehend beigefügten, nach einer Photographie gefertigten Abbildung in natürlicher Grösse dargestellte Exemplar liegt vor. Es ist ein handgrosses, plattenförmiges, an den Seiten abgerundetes Stück von 31/2 cm mittlerer Dicke. Es ist an beiden Enden unregelmässig abgebrochen. Eine breite und tiefe Längsfurche theilt die Oberfläche des Stückes in zwei gewölbte Längswülste. Dieselben sind nicht von ganz gleicher Breite. Die breitere ist flacher gewölbt als die andere, so dass es den Anschein hat, als sei die grössere Breite durch Zusammendrückung von oben bewirkt. Die ganze Oberfläche des dickplattigen Stückes ist nun auf beiden Seiten mit den in eigenthümlicher Weise mit einander verschlungenen und über einander greifenden, hin und her gebogenen Längsreifen bedeckt, wie sie für die typischen Bilobiten bezeichnend sind. Diese Längsreifen sind jedoch feiner und in ihrem Verlaufe weniger schief gegen die Längsaxe der Wülste gerichtet, als bei den meisten cambrischen und silurischen Arten. Unter den von J. F. N. Delgado beschriebenen Arten Portugal's stehen in Betreff der Feinheit der Reifen Cruziana Monspeliensis Sap. (l. c., pag. 41, t. 13) und Cruziana Beirensis Delg. (l. c., pag. 51, t. 23) am nächsten, während freilich die allgemeine Form derselben verschieden ist.