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Die Versteinerungen der unter-senonen Thonlager zwischen Suderode und Quedlinburg.

Frech, Fritz

Kurzfassung

Im Herbst 1885 machte mich Herr Prof. Dames auf ein neues Vorkommen Conchylien führender Thone in der Quedlinburger Gegend aufmerksam. Der Fundort, den ich nach einigem Suchen entdeckte, liegt an dem Punkte, wo die Quedlinburg-Suderoder Chaussee die neu angelegte Eisenbahn schneidet Hier waren bei Gelegenheit einer Brunnengrabung an dem Wärterhäuschen blaue, plastische Thone mit vortrefflich erhaltenen Schalresten angetroffen worden. Die letzteren erinnern durch die äussere Erscheinung - sie zeigen z. Th. noch deutliche Farbenspuren - durchaus an tertiäre Vorkommen, erwiesen sich jedoch bei näherer Untersuchung als der oberen Kreide zugehörig und zeigten insbesondere eine vollständige Uebereinstimmung mit den von Herrn Dr. Ewald im Thon bei Weddersleben gesammelten Versteinerungen, die der Genannte mir zu zeigen die Freundlichkeit hatte. Eine Notiz hierüber findet sich bereits im Jahrgang 1861 dieser Zeitschrift, pag. 140. Bei einem zweimaligen Besuche beutete ich den Fundort aus und konnte ausserdem bei der vorliegenden Arbeit die mir durch die zuvorkommende Liebenswürdigkeit der Herren Prof. Von Koenen in Göttingen und Oberlehrer Kloeber in Quedlinburg zur Verfügung gestellten Materialien benutzen. Der letztgenannte Herr hatte während der Brunnengrabung eine Reihe vorzüglicher Stücke gefunden; die Göttinger Exemplare rühren von einer Aufsammlung des Herrn Dr. Denckmann her. Bei der vorliegenden, im Berliner mineralogischen Museum vollendeten Arbeit wurden mir die reichen Vergleichsmaterialien desselben von den Herren Geheimrath Beyrich und Prof. Dames mit bekannter Liberalität zur Verfügung gestellt. Ausserdem konnte ich die Beissel'sche Sammlung von Versteinerungen der Aachener Kreide, die bei Gelegenheit des internationalen Geologen-Congresses hier ausgestellt war, in ausführlicher Weise zum Vergleiche benutzen.