Original paper

Ueber die Gliederung des Buntsandsteins am Westrand des Thüringer Waldes.

Proescholdt, H.

Kurzfassung

Neuerdings erschienene Arbeiten haben meine in der 9ten Auflage von Credner's Elementen gegebene Zusammenstellung über die Gliederung des Buntsandsteins in der Umgegend von Meiningen einer scharfen Kritik unterworfen und dieselbe z. Th. als thatsächlich unrichtig hingestellt. Die bei der fortdauernden Kartirung gewonnenen Beobachtungen forderten zu weiteren Vergleichen auf und haben dann schliesslich auch einen gewissen Abschluss in der Gliederung des Buntsandsteins herbeigeführt. Diese Beobachtungen und die darin erzielte Begründung meiner oben angezogenen Zusammenstellung bilden den Inhalt der folgenden Mittheilung. Der Buntsandstein beginnt überall am Westrand des Thüringer Waldes mit den charakteristischen Bröckelschiefern, die einer weiteren Besprechung nicht bedürfen. Nur möchte ich bemerken, dass ich der in den letzten Jahren mehrfach ausgesprochenen Ansicht über eine vorhandene Discordanz zwischen dem Plattendolomit einerseits und den oberen Zechsteinletten und dem Bröckelschiefer andererseits nicht beistimmen kann, sondern in dem von mir untersuchten Gebiete augenscheinliche Concordanz in der Lagerung der betreffenden Formationsglieder constatiren konnte. Nur die Erklärung, die Herr Credner für die an manchen Orten scheinbar auftretende Discordanz gibt, kann ich als richtig anerkennen. Der untere, feinkörnige Sandstein, wie ei am Südwestrande des Thüringer Waldes entwickelt ist, ist nicht äquvalent dem feinkörnigen Sandstein am Nordwestrande. In der ersten Region besteht er aus vorherrschend feinkörnigen, thonreichen und dünnbankigen Sandsteinen, zwischen denen Thonbänke nicht allzu häufig eingelagert erscheinen.