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Die paläozoischen Bildungen von Cabrières (Languedoc).

Frech, Fritz

Kurzfassung

I. Historisches und Einleitung. Die paläozoische "Oase" des westlich von Montpellier gelegenen Dorfes Cabrières ist bereits seit Mitte der vierziger Jahre bekannt und Gegenstand zahlreicher Arbeiten geworden, die jedoch zumeist nur einzelne Formationen behandelten. 1844 machte Fournet auf das Vorkommen des Carbon in der Gegend von Roujan und Pézènas aufmerksam. Die unterlagernden Kalkschichten rechnete er auf Grund einiger Korallenbestimmungen-Stromatopora concentrica GF., Calamopora spongites GF., Cyathophyllum turbinatum GF.-dem Devon zu. Ueber dem Carbon liegen nach derselben Mittheilung bituminöse Schiefer, deren Zugehörigkeit zum Zechstein vermuthet wird; darüber folgt bunter Sandstein. In einer Reihe von weiteren Arbeiten haben dann Fournet und Graff diese ersten Beobachtungen erweitert und vervollständigt; jedoch erschwerten einerseits die verwickelten Lagerungsverhältnisse, andererseits die Arbeitsteilung von Paläontologie und Stratigraphie die Erreichung sicherer geologischer Ergebnisse. Von besonderem Werthe sind die in den Arbeiten Focrnet's enthaltenen paläontologischen Bestimmungen De Verneuil's und Brongniart's. Der erstere stellte auf Grund des Vorkommens von Asaphus, Monograptus ludensis und Cardiola interrupta das Auftreten von Unter- bezw. Obersilur fest und rechnete die schwarzen Schiefer von Tiberet (Tiberek l. c.) mit Cardiola retrostriata, Goniatites simplex und ? Cardium interpunctatum, sowie die Kieselkalke von Petit Glanzy (westlich Cabrières) mit Favosites spongites und Leptaena aff. Murchisoni zum Devon. Als bezeichnend für den Kohlenkalk werden erwähnt Productus gigas, P. semireticulatus und P. Edelburgensis Phill., sowie Euomphalus acutus Sow. Die auf einem überaus vollständigen Material beruhenden phytopaläontologischen Bestimmungen Brongniart's werden unten mitgetheilt werden.