Original paper

Ueber Encrinus gracilis von Gogolin i. O.-S.

Gürich, Georg

Kurzfassung

Angeregt durch die Angabe eines Interradiale bei Encrinus gracilis von Gogolin in Von Konen's "Beitrage zur Kenntniss der Crinoiden des Muschelkalks" (Abh. d. K. Gesellsch. d. Wissensch. zu Göttingen, XXXIV, 1887) und durch die sofort von Seiten des Herrn F. Romer dagegen geäusserten Bedenken habe ich das nunmehr reichhaltige Material des Breslauer Museum einer nochmaligen Prüfung unterzogen. Die an jener Stelle (pag. 9) angegebene Insufficienz in den Interradien zwischen den zweiten und dritten Radialien ist in der That in sehr vielen Fällen, häufig sogar in zwei benachbarten Interradien zu beobachten, oft genug aber auch gar nicht vorhanden; es schliessen dann die zweiten und dritten Radialien seitlich dicht an einander; an einzelnen losgelösten Kronen ist dies deutlich allseitig zu erkennen. Wären Interradialien die Veranlassung jener Insufficienzen, so müssten dieselben entweder an allen oder nur an einem Interradius auftreten. Auch in dem weiteren Verhalten ist eine grosse Unregelmässigkeit dieser Lücken zu constatiren. In einzelnen Fällen schliessen die ersten oder zweiten Armglieder die Lücke oben wieder, so dass diese als lang rhombisches oder lanzettförmiges Feld erscheint, in anderen Fällen klaffen auch die Arme mehr oder weniger weit. Noch weniger Regelmässigkeit nun ist in der Ausfüllung dieser Lücken bemerkbar. In vielen Fällen allerdings sind "Täfelchen" vorhanden. Ist die Oeffnung schmal, so kann man oft ein unteres, der oberen Ecke zwischen zwei ersten Radialien angefügtes Täfelchen von geringen Dimensionen erkennen; bei weiterer Oeffnung ist einige Male ein Täfelchen beobachtet worden, das seitlich an der Articulation zwischen den zweiten und dritten Radiale eingelenkt war. In den allermeisten Fällen aber ist nur eine gekörnelte Fläche etwas vertieft zwischen den Radialtäfelchen und zudem von anderer Färbung als die Oberfläche der Täfelchen erkennbar.