Original paper

Über Proben von der Oberfläche eines Diabas mit Abkühlungs-Erscheinungen

Denckmann, August

Kurzfassung

Herr Denckmann legte über Proben von der Oberfläche eines Diabas mit Abkühlungs-Erscheinungen vor. Die betreffenden Stücke entstammen der hangenden Contactfläche eines Diabas mit umgewandelten Culmschiefern, etwa 100 m südlich der Herborn-Seelbacher Mühle bei Herborn. Dort zeigt die Oberfläche des Diabas ganz dieselben wulstig-knorrigen und wulstig-tauförmigen Flusserscheinungen, wie sie Herr Prof. Streng zuvor von den Londorfer Doleriten vorgelegt hat, und die zwei vorgelegten Diabasstücke zeigen eine unverkennbare Analogie mit den beiden zum Vergleich dabei gelegten Londorfer Stücken. Das Gestein des Diabas sieht auf der Oberfläche schlackig aus und wird von Blasenräumen durchzogen. Nach Innen zu ist es zunächst sehr feinkörnig. Proportional mit der Entfernung von der Oberfläche nimmt die Häufigkeit der Blasenräume ab, und wird das Korn beträchtlich grösser, wie an einer Gesteinsprobe, welche 1 m unterhalb der Oberfläche geschlagen wurde, zu ersehen. Auf der Oberfläche beobachtet man kleine, in Brauneisenstein umgewandelte Schwefelkies-Krystalle. Die Blasenräume des Gesteins sind zum Theil mit Mangan-haltigem Mulm ausgefüllt. Die starke Verwitterung des fraglichen Diabas von der Aussenfläche und von den Rändern der Kluftflächen her nach Innen zu lässt leider eine genaue mikroskopische Untersuchung der schlackigen Oberfläche als aussichtslos erscheinen. Die Aufschlüsse waren für die Beobachtung der im Vorstehenden besprochenen Abkühlungs - Erscheinungen äusserst günstig, da die Oberfläche des Diabas auf über 100 m Erstreckung im Streichen entweder ganz entblösst, oder nur von einer dünnen Lage Contactgesteins bedeckt war. Ausserdem war an der dem Mühlbache zu liegenden Seite der Diabaskuppe etwas Gestein fortgebrochen, sodass auch der allmähliche Uebergang von ganz feinem zu gröberem Korne gut beobachtet werden konnte. Hier mag noch erwähnt werden, dass Herr Prof. Holzapfel wenige Tage, nachdem er mit Herrn Prof. Kayser und dem Vortragenden die Beobachtungsstelle besucht hatte, ganz ähnliche Flusserscheinungen an Diabas im Feldbacher Wäldchen bei Dillenburg beobachtet hat.