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Von ihm ausgeführte Wandtafeln mit Stegocephalen des Rothliegenden.

Credner, Hermann

Kurzfassung

Bekanntlich brachte das Zeitalter des Carbon und des Rothliegenden die ältesten das Festland bewohnenden, Luft athmenden Wirbelthiere und in ihnen zugleich die ersten ein Knochenskelett producirenden Thiere überhaupt hervor. Steht auch die Mehrzahl derselben in ihrer allgemeinen Erscheinungsform, in ihrem Skelettbau, in ihrer mit einer Metamorphose verknüpften Entwicklung unseren lebenden Urodelen sehr nahe und ist ihre Zugehörigkeit zu den Amphibien eine zweifellose, so zeichnen sie sich auf der anderen Seite doch durch so vielfache Abweichungen im Bau des Schädels (geschlossene Schädeldecke, Scleralring, Foramen parietale, froschartige Schädelbasis) und des Schultergürtels (3 Brustplatten), sowie durch den Besitz eines wenigstens ventralen Schuppenkleides aus, dass sie sich im System den Urodelen nicht unterordnen lassen, sondern als eine ausgestorbene Abtheilung der Amphibien, wohl als deren paläozoische Vorläufer, eine selbstständige Stellung neben den Urodelen und Anuren, namentlich aber neben den Gymnophionen beanspruchen. Je nach dem Werthe, welchen man den oben z. Th. angedeuteten für die paläozoischen Lurche und deren triadische Nachkömmlinge charakteristischen Eigentümlichkeiten beimaass und nach der jeweiligen Kenntniss ihres Skelettbaues hat man diese Thiergruppe durch verschiedene Benennungen zu kennzeichnen versucht. Man nannte sie Labyrinthodonten, weil man die Radiärfaltung und die gekrösartige Einstülpung der Zahnsubstanz für ein wesentliches Kriterium derselben hielt, - Froschsaurier, weil man ihnen fälschlicher Weise eine Prävalenz der Hinterextremitäten und die hüpfende Bewegungsweise der Frösche zuschrieb, [...]