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Thierfährten und Medusenabdrücke aus dem unteren Rothliegenden des Thüringer Waldes

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Die ersteren gehören theils zu Saurichnites lacertoides Gein., von einem Thier herrührend, dessen Vorder- und Hinterfüsse einander sehr ähnlich waren, sodass Bornemann den nahezu gleichen Saurichnites sublacertoides Pohl. aus dem Buntsandstein von Hessberg bei weit entfernt stehenden oder aber sich deckenden Vorder- und Hinterfussstapfen einem Zweifüssler zuschrieb, - jene permischen Fährten waren in der vorgelegten Vollständigkeit bisher auch noch nicht abgebildet; theils sind es, zugleich mit letzteren vorkommend, Fussspuren grösserer Thiere, je bis zu mehr als 14 cm spannend und anders geformt, als alles Derartige bisher bekannte: diese Fährten stimmen mit den schon vor 40 Jahren durch v. Cotta von ebenda nach Freiberg gebrachten, aber nicht abgebildeten oder näher beschriebenen überein (vergl. Neues Jahrb., 1848, Brief), weshalb der Vortragende für dieselben die Bezeichnung Saurichnites Cottae vorgeschlagen hat. Nur die Spitzen der Phalangen finden sich bei dieser Art abgedrückt, welche von den grössten Labyrinthodonten des unteren Perm, den Archegosauriern, herrühren mag und nach gefälliger mündlicher Mittheilung des Herrn F. Romer auch in die Breslauer Sammlung, und zwar aus dem Glatzer und Hohenelber Rothliegenden, sammt den Fährten der bereits abgebildeten Arten gelangt ist. - Ganz neu und überraschend ist das Auftreten von Medusenabdrücken mit jenen Fährten zusammen, und zwar in grosser Anzahl bei einander; solche waren bisher überhaupt fossil bekanntlich nur durch Häckel (N. Jahrb., 1866 etc.) aus den Solenhofener Kalkschiefern beschrieben. [...] Derselbe sprach ferner, anschliessend an den Vortrag von Herrn Lossen, über seine neueren Erfunde krystallinischer und halbkrystallinischer Schiefergesteine aus den vulcanischen Gebilden des Siebengebirges, welche ersten mit solchen der Ardennen theilweise sehr nahe petrographisch übereinstimmen.