Original paper

Ueber Elephas trogontherii und Rhinoceros Merckii von Rixdorf bei Berlin.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Während der internationalen Geologen-Versammlung zu Berlin im Jahre 1885 hatte ich Gelegenheit, in dem dortigen Universitätsmuseum die beiden Backzähne zu sehen, welche zu der Angabe von Elephas antiquus und Rhinoceros Merckii aus den Sanden von Rixdorf bei Berlin Veranlassung gegeben haben. Leider hatte ich damals nicht die nöthige Musse, jenen bemerkenswerthen Gegenständen eine mehr als oberflächliche Untersuchung zu Theil werden zu lassen; bezüglich des ersteren Fundes genügte indessen schon eine solche, wie sich nachträglich bestätigt hat - bei meiner langjährigen Vertrautheit in der Bestimmung von Elephantenresten und umfassendsten Erfahrung in dieser Hinsicht - um sofort mit Sicherheit den Irrthum in der Bestimmung erkennen zu lassen. Dein geologischen Interesse angemessen, welches sich an die erwähnten Funde knüpft, erschien mir die gemachte Beobachtung wichtig genug, um dieselbe sogleich in der ersten darauf folgenden Semestersitzung unserer niederrheinischen Gesellschaft zu Bonn mitzntheilen; mit Vorbehalt fügte ich ein Bedenken an der Richtigkeit der Bestimmung auch des erwähnten Rhinoceros-Molaren ebendaselbst hinzu. Angeregt durch eine Bemerkung Beyrich's (diese Zeitschr., 1886, p. 462) beschloss ich, jener ersten kurzen Untersuchung der beiden Molaren eine eingehende folgen zu lassen. Da ich vorläufig von Bonn nicht gut abkommen konnte, so hatte Beyrich, die mit dem event. Ergebniss verbundene Lösung einer geologischen, bemerkenswerthen Frage erkennend, auf meine Bitte die grosse Güte, Priotographien in natürlicher Grösse von den betreffenden Gegenständen für mich anfertigen zu lassen; ich konnte nunmehr in Musse meine Vergleichungen mit dem reichen, in meinen Mappen aus allen Theilen Europa's angesammelten Material anstellen. Nachträglich wurde es mir dann auch doch noch einmal möglich, durch Prüfung der beiden Molaren in Berlin selbst jener Untersuchung den Abschluss zu geben, deren Ergebniss in Nachfolgendem theilweise vorzulegen mir gestattet sein möge.