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Ueber einige geologische Aufschlüsse bei Bonn.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Bei Gelegenheit der Geologen-Versammlung zu Bonn im Herbst 1887 hatte ich in Gemeinschaft mit einem meiner Zuhörer, Herrn stud. Schulte aus Berlin, photographische Aufnahmen bemerkenswerther, theilweise geologisch wichtiger Punkte in der Umgegend von Bonn gemacht, zunächst zum Zweck der Vertheilung an Theilnehmer jener Versammlung. Zu einigen jener Bilder möchte ich an dieser Stelle erläuternde Bemerkungen machen, um hie und da gestellte Fragen zu beantworten und etwaige Zweifel zu zerstreuen. Das in Figur 1 wiedergegebene Bild stellt die mächtige Wand sehr deutlich und vielfach horizontal geschichteten Loses dar, welche an der Eisenbahnlinie dicht unterhalb von Rolandswerth bei Bonn sich befindet und von mir früher eingehend beschrieben worden ist. In dieser Beschreibung ist vielleicht die Widerlegung der Annahme etwas zu kurz ausgefallen (1. c., p. 241, Note), als ob die horizontalen Schnüre vulcanischen, von dem dortigen Rodderberg selbst stammenden Materiales direct während der Eruption in jenen Lös gelangt seien, was die Fortdauer der Thätigkeit des Rodderbergkraters noch während der Lösablagerungszeit voraussetzen müsste. Diese Annahme ist, wie ich 1. c. angeführt habe, von dem Standpunkt der fluviatilen Löstheorie aus unmöglich, weil der Kraterboden selbst von einer mächtigen Lösschicht bedeckt ist, nach v. Dechen, die vulcanische Thätigkeit des Kraters während der Lösablagerungszeit also nothwendig bereits beendet gewesen sein muss.