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Ueber das reichliche Vorkommen von Topas im Altenburger Zwitter.

Dalmer, Carl

Kurzfassung

Kürzlich habe ich eine Reihe von Proben des bekannten Zinnerz führenden "Zwitter-Gesteins" von Altenberg, die ich im vergangenen Sommer bei Gelegenheit einiger Orientirungstouren in dortiger Gegend gesammelt hatte, mikroskopisch untersucht. Es ergab sich hierbei die interessante Thatsache, dass sämmtliche Hauptabänderungen dieses Gesteins Topas als wesentlichen Bestandteil enthalten, und zwar meist so reichlich, dass sie unbedenklich jenen von Schröder und v. Groddeck beschriebenen Topasgesteinen an die Seite gestellt werden können. In Anbetracht dessen, dass bis zum Erscheinen der ausführlicheren Beschreibung dieses neuen Vorkommens in den Erläuterungen zu Section Altenberg voraussichtlich noch ein Zeitraum von einigen Jahren vergehen wird, dürften einige kürzere vorläufige Mittheilungen nicht unwillkommen sein. Die Hauptvarietät des Altenberger Zwitters, die namentlich unterirdisch in grösserer Verbreitung auftritt, ist ein dunkles, fast schwarzes Gestein von feinkörniger Beschaffenheit. Von den Gemengtheilen erkennt man mit blossem Auge nur den Quarz, welcher in der feinkörnigen Grundmasse oft grössere, etwa 1-2 mm messende Körner ohne äussere Krystallform bildet. Bei mikroskopischer Untersuchung bemerkt man, dass die Grundmasse aus Blättchen eines grünen, chloritartigen Minerals, welches augenscheinlich die dunkle Farbe des Gesteins bedingt, sowie ferner aus Quarz und einem anderen farblosen, vom Quarz durch grösseres Brechungsvermögen und daher stärkeres Relief unterschiedenen Minerale sich zusammensetzt. Das chloritische Mineral erwies sich bei qualitativer chemischer Prüfung als reich an Eisenoxydul, hingegen arm an Magnesia. Der fragliche farblose Bestandteil stellte sich nach Ermittelung seiner chemischen und physikalischen Eigenschaften als Topas heraus.