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Ueber Encrinus Wagneri Ben. aus dem unteren Muschelkalk von Jena.

Wagner, Richard

Kurzfassung

In einer brieflichen Mittheilung in Heft 2, p. 498-501, Jahrg. 1887 dieser Zeitschrift berichtet Herr Georg Gürich über Insufficienzen in den Interradien von Encrinus gracilis aus dem Muschelkalk von Gogolin in Oberschlesien und deutet kleine Körnchen und Täfelchen innerhalb jener Lücken als Reste der Kelchdecke, während Herr v. Konen derartige Tafeln als Interradialtafeln oder Perisomtafeln deutete. Herr Gürich kommt u.a. zu folgenden Schlüssen: Dass Encrinus gracilis eine aus unregelmässigen Kalkknötchen bestehende Bauchdecke besass. Dass die Bauchdecke in den Interradien bis zum ersten Radialkreise hinabreichte. Durch einen glücklichen Fund, den ich im vergangenen Herbst machte, bin ich in der Lage, das Vorhandensein einer Bauch decke an einer Krone constatiren zu können, die zu den von mir als Encrinus gracilis beschriebenen Formen gehört. Herr Benecke hat dieselben als eine besondere Art von E. gracilis abgetrennt, weil die Basalia ganz der Aussenseite angehören und weil die Kelche ein gewissermaassen paläozoisches Aussehen zeigen. Auch ich war bei Ausarbeitung der Beschreibung dieser Kronen geneigt, dieselben als eine neue Art aufzufassen, und habe, obwohl ich das schliesslich unterlassen habe, in der Beschreibung die Unterschiede zwischen dem E. gracilis aus Oberschlesien und den in Rede stehenden Formen einer ausführlichen Besprechung unterzogen. Die Krone, an welcher von der Kelchdecke ein beträchtlicher Theil in nahezu ursprünglichen Lage vorhanden ist, entstammt einer bis 0,20 mm starken und 2,20 m langen linsenförmigen Einlagerung des unteren Wellenkalkes im Rosenthal bei Zwätzen, und zwar demselben Niveau jenes Schichtencomplexes, in dem ich am nordwestlichen Kernberge bei Jena die von mir 1. c. beschriebenen Kronen von E. Wagneri angetroffen habe, also aus ungefähr 38 m Höhe über der unteren Wellenkalk-, bezw. 47 m über der unteren Muschelkalkgrenze.