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Über neue Manganerze aus dem Dillenburgischen.

Schneider

Kurzfassung

Am nordwestlichen Gehänge des Scheidethales, namentlich in den Grubenfeldern der Bergwerke Hilfe Gottes und Ferdinand bei Nanzenbach sind während der letzten Jahre interessante Aufschlüsse gemacht worden, welche ich auf meiner im vorigen Monat beendeten Studienreise, zu beobachten Gelegenheit hatte. Die beiden genannten Gruben haben in früherer Zeit auf Rotheisenerzlagern, welche Kramenzelschiefer zum Hangenden und Schalstein zum Liegenden hatten, sodann auf Kupfererzgängen, die den Schalstein und, wie auf Grube Ferdinand, auch das Eisensteinlager und den Kramenzelschiefer durchsetzen, Betrieb geführt. Hauptsächlich sind es aber die reichen Nickelerze, die auf Hilfe Gottes, an Serpentin gebunden, aufgeschlossen und abgebaut wurden, welche diese Grube in weiten Kreisen bekannt gemacht haben. Der Serpentin, der als ein Umwandlungsproduct eines in die Grünsteingruppe gehörenden Gesteines anzusehen ist, zeigt sich den ihn einschliessenden Gebirgsschichten, welche hier durch Kramenzelsandstein gebildet sind, conform gelagert, soll jene aber auch an einigen Stellen im Streichen und Einfallen spitzwinkelig durchsetzen. Durch sämmtliche auf Hilfe Gottes und Ferdinand vorhandene Stolln ist eine breite Zone oberdevonischer Schichten aufgeschlossen, welche mit weniger mächtig entwickelten Culmschichten das in Rede stehende Gebirge zusammensetzen und sich in häufiger Wechsellagerung mit Diabasgesteinen befinden. Das Hauptstreichen der Schichten ist hora 3, das Einfallen südöstlich, und es befinden sich die Baue von Hilfe Gottes in der südwestlichen Partie der Schichtenzone, während Grube Ferdinand die nordöstliche Stelle einnimmt. Die Entfernung zwischen beiden Gruben beträgt etwas über 1 km.