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Der Soolquellen-Fund im Admiralsgartenbade in Berlin.

Berendt, G.

Kurzfassung

Gerade die Gegend des Admiralsgartenbades bezw. des Centralbahnhof Friedrichstrasse ist schon wiederholt Gegenstand der Aufmerksamkeit der Geologen gewesen. Gegenüber dem Admiralsgartenbade, in dem königl. medicinischen Friedrich-Wilhelms-Institut, der sogen. Pepiniere, stand die erste tiefere Bohrung Berlins, das bekannte Otto'sche Bohrloch, dessen Ergebniss von Benningsen-Förder auf seiner geognostischen Karte der Umgegend Berlin's vom Jahre 1843 veröffentlicht hat. Nach dieser seiner Bestimmung, die allerdings nur von 20 zu 20 Fuss, also betreffs der Maasse nur ungefähr gemacht worden ist, reichen die mit feinem Sand und grossen Geschieben abschliessenden Quartärbildungen bis zu einer Tiefe von 160 Fuss (52,65 m) unter Oberfläche, oder 60 Fuss unter Ostseespiegel. Hier beginnen dann die aus Kohlenletten und weissen Sanden bestehenden Tertiär- bezw. Braunkohlen-Bildungen. Lange Zeit wurde diese letztere Bestimmung angezweifelt, und auch mein lieber Freund Lossen glaubte sicherer zu gehen, wenn er s. Z. 1879 unter den seinem Werke über den Boden der Stadt Berlin beigegebenen Ergänzungs-Profilen das Otto'sche Bohrloch (No. 14 zu Profil IX, 116) gänzlich den Diluvialbildungen zurechnete. Bestimmend war für ihn in erster Reihe eine Paludina diluviana, welche sich bei den Bohrproben gefunden hatte und zwar nach seiner Angabe in einer Tiefe von 61-62,5 m. Abgesehen davon, dass bei den mancherlei Schicksalen, welche die Bohrprobenreihe durchzumachen gehabt hatte, eine Verlegung der Paludina aus einem Kästchen in ein benachbartes von vornherein sehr leicht denkbar ist, muss eine solche Verschleppung, sei es auf die angedeutete Weise, sei es durch Nachfall im Bohrloch, nach der heutigen Kenntniss der dortigen Lagerungsverhältnisse geradezu als gewiss angenommen werden.