Original paper

Zur Kenntniss von Insektenbohrgängen in fossilen Hölzern.

Kolbe, H. J.

Kurzfassung

Zu den bisher bekannt gewordenen sehr wenigen Frassstücken fossiler Insekten, die sich meistens an Braunkohlen- oder metamorphosirtem Holze finden, kommen jetzt einige weitere Exemplare, welche in der paläontologischen Sammlung des königl. Museums für Naturkunde zu Berlin aufbewahrt werden. Diese Stücke wurden mir von Herrn Prof. Dames zur Ansicht bezw. Bearbeitung gütigst überwiesen, und ich mache mir das Vergnügen, im Folgenden Näheres darüber mitzutheilen. Der Vollständigkeit wegen ist ein Verzeichniss der in der Literatur verzeichneten Funde von Insektenfrass an fossilen Hölzern am Schlüsse beigefügt. Ausser den aus Compendien und Lehrbüchern bekannten Fällen entnahm ich die meisten aus Scudder's "Bibliography of fossil insects" (Cambridge, Mass., 1882) und der neuesten Literatur; einige Angaben verdanke ich Herrn Dr. Koken. I. Ein Stück Braunkohlenholz aus einem Braunkohlenflötz bei Zschipkau in der Nieder-Lausitz. Der Bergwerks-Director Ad. Rechenberg in Zschipkau bei Senftenberg i. N.-L. sandte an Herrn Geheimrath Prof. Dr. Virchow ein Stück des sog. Kohlenholzes, welches in einem neu erschlossenen Braunkohlenflötze in einer Tiefe von ungefähr 25 Fuss gefunden war, mit der Angabe, dass an demselben der augenscheinlich von einem Holzwurm herrührende Bohrkanal sichtbar sei, und dass sich in dem Kanal ein kleiner, rundlicher Körper befinde, der sich bei einem Versuche mit der Messerspitze als steinhart erwies und augenscheinlich der in Versteinerung übergegangene Holzwurm, der Urheber jenes Bohrloches, sei.