Original paper

Einige Angaben über die Natronsalpeter-Lager landeinwärts von Taltal in der chilenischen Provinz Atacama.

Ochsenius, Carl

Kurzfassung

Vor etlichen Jahren sandte mir der später in Bolivia verstorbene Bergingenieur G. Vitriarius auf meine Bitte hin eine Schichtenfolge der damals unter seiner Leitung befindlichen Salpeterwerke "Pampa" östlich von Taltal in Atacama, bestehend aus 21 Nummern. Ich konnte von dem in gut verlötheter Blechkiste vor dem Zerfliessen bewahrten Materiale für meine mittlerweile erschienene Arbeit: "Die Bildung des Natronsalpeters aus Mutterlaugensalzen - Stuttgart, 1887" verschiedener Umstände halber aber nur etwas insofern benutzen, als ich einige der genannten Schichten auf ihren Gehalt an Phosphorsäure mikroskopisch, und mit Erfolg untersuchte. Da nun 1883 die bis dahin peruanische Provinz Tarapacá mit ihren überaus reichen Calicheras (spr. Calitscheras), d. i. Natronsalpeter-Lagern, in chilenischen Besitz überging, konnten die ärmeren atacamenischen Werke nicht mehr mit jenen concurriren und kamen deshalb zum Erliegen. Das ist gewiss ein genügender Grund, die Schichtenfolge der Pampa-Werke, welche nun nicht mehr zu beschaffen ist, in Nachstehendem etwas näher zu bezeichnen. Zugleich erweise ich an ihr die Richtigkeit meiner früheren Behauptung, dass deren Phosphorsäuregehalt, obschon s. Z. nur in drei Lagen aufgefunden, doch ein durchgängiger ist. Ueber die allgemeinen geologischen und orographischen Verhältnisse des Landstriches östlich von Taltal giebt das Profil auf Tafel XII hinreichenden Aufschluss. Ich bemerke noch, dass in der Nachbarschaft der auf dem Profil "Nitratmulde Pampa" genannten Calichera, die gerade von dem Schnitt längs des Breitengrades 25°,5 südl. Br. getroffen wurde, noch zahlreiche, zum Theil weit grössere Salpeterbecken liegen.