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Fossa Lupara, ein Krater in den Phlegräischen Feldern bei Neapel.

Deecke, Wilhelm

Kurzfassung

Unter den Eruptionspunkten der Phlegräischen Felder im Westen von Neapel ist ein kleiner, selten besuchter und daher wenig bekannter Vulkan, die Fossa Lupara, oder, wie er auch sonst genannt wird, der Cratere di Campana. Die bisherige Nichtbeachtung dieses Gebietes von Seiten der Geologen findet zum Theil ihre Erklärung in seiner Abgelegenheit von der grossen Landstrasse und in der Entwicklung eines dichten Buchen- und Kastaniengebüsches, unter dessen Laub- und Moosdecke sich Formen und Gesteine dieser Hügel verbergen. Scacchi, der uns 1849 eine sehr kurze, topographisch-geologische Beschreibung dieses Punktes gab, hob schon damals hervor, dass eine Abholzung abzuwarten sei, ehe man sich von diesem vulkanischen Centrum ein klares Bild verschaffen könnte. Bei meinen beiden Besuchen der Phlegräischen Felder in den Frühjahren 1885 und 1887 fand ich diesen Zeitpunkt herangekommen. Der grösste Theil des Gehölzes war umgehauen, sodass ich dadurch in den Stand gesetzt wurde, eine etwas genauere Skizze von den topographischen und genetischen Verhältnissen dieses kleinen Vulkanes zu entwerfen. Der Cratere di Campana (vgl. Taf. XIII) liegt zwischen dem Nordrande der Astroni und dem Mte. Viticella, welcher den Südwall des grossen Piano di Quarto bildet. Er erhebt sich gerade da, wo das fruchtbare, zwischen dem Campiglione und der erhöhten Kraterebene von Pianura gelegene Tuffplateau sich am meisten verschmälert, und theilt dasselbe dadurch in zwei Abschnitte, welche mit einander durch eine breite, am Fusse des Mte. Viticella sich hinziehende Fahrstrasse in Verbindung gebracht werden. Unterhalb des den Torre Poerio tragenden Vorsprunges dieses Berges durchquert die Chaussee in einem Einschnitte den äusseren Kraterwall der Fossa Lupara und führt dann bis zur Basis der Astroni am östlichen Fusse desselben entlang.