Original paper

Ueber den Pyroxensyenit von Gröba bei Riesa in Sachsen und die in demselben vorkommenden Mineralien.

Klemm, Gustav

Kurzfassung

Bei Gröba, etwa 1,5 km nördlich von Riesa an der Leipzig-Dresdener Eisenbahn ist neuerdings durch Steinbrüche und Bahnanlagen ein Eruptivgestein aufgeschlossen worden, welches wegen seiner eigenthümlichen Zusammensetzung und wechselvollen Ausbildungsweise, wegen seiner ausserordentlichen Frische und des Vorkommens mehrerer auf Klüften in ihm ausgeschiedener Zeolithe einen Besuch jener Localität reichlich lohnt und in Folge seiner Seltenheit das Interesse der Petrographen in hohem Maasse verdient. Auf der Naumann'schen geologischen Uebersichtskarte von Sachsen findet es sich als Granit verzeichnet; später wurde es. von Pohlig als Hornblendegneiss beschrieben. Bei der Aufnahme und Bearbeitung der Section Riesa-Strehla der geologischen Specialkarte von Sachsen durch den Verfasser ward es als Pyroxensyenit erkannt. Indem auf die ausführliche Gesteinsbeschreibung in den gegenwärtig in Vorbereitung zur Publication begriffenen Erläuterungen zu jener Section verwiesen wird, mögen hier einige kurze Bemerkungen über das schöne und eigenartige Gestein verstattet sein, um die Aufmerksamkeit der Geologen auf das bis jetzt fast ganz unbeachtete, in Deutschland einzig dastehende Vorkommen hinzulenken. Der Pyroxensyenit von Gröba bildet mehrere flach buckelförmige Erhebungen in den dort weit ausgebreiteten Gebieten des Schwemmlandes und wird selbst noch von einer dünnen Hülle von Diluvium und Alluvium überzogen.