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Temperaturverhältnisse während der Eiszeit und Fortsetzung der Untersuchungen über ihre Ablagerungen.

Torell, Otto

Kurzfassung

Bei dem Eintritt der Eiszeit wurden von den Gletscherflüssen des skandinavischen Inlandeises auf den praeglacialen Bildungen Sand und Grand, sowie in grösseren Becken Thone abgelagert. Diese Ablagerungen, welche in Schweden hvitåsand und hvitålera, in Deutschland Diluvialsand und Diluvialthonmergel genannt werden, wurden theils von dem vorrückenden Eise zerstört, theils von den ungeschichteten Grundmoränen desselben bedeckt. (Grundmoräne = jökellera, "pinmo" in Schweden, Unterer Diluvialmergel in Deutschland.) In einem Theile des nördlichen Deutschland und Schonens zog sich das Eis allmählich zurück, breitete sich jedoch nachher von Neuem über dasselbe Gebiet aus und hatte dann eine in gewisser Hinsicht andere Richtung. Hierbei lagerten die Gletscherflüsse auf den ältesten Moränen neuen Sand und Thon (= mittlerer hvitåsand und hvitålera, mittlerer Diluvialsand) ab, welche hernach von einer jüngeren Grundmoräne (= obere jökellera, baltische jökellera, oberer Diluvialmergel) bedeckt wurden. Auf der skandinavischen Halbinsel kommen indessen hvitåsand und hvitålera nur ausnahmsweise nördlich von Schonen vor, sondern es liegt die ältere grandige jökellera oder "pinmo" oft unmittelbar auf dem geschrammten Fels, und darüber finden sich die jüngsten Moränen der Abschmelzperiode (= jökelgrus, krosstensgrus). Letztere werden wiederum hie und da von dem Rollsteinsgrus der Gletscherflüsse bedeckt und auf diesem sowohl, als auch auf dem jökelgrus lagert an mehreren Stellen Eismeerthon (hvarfvig lera, Yoldialera) mit einer arktischen Fauna. Während der Ausbreitung des Inlandeises über Nord-Europa bis zu der bekannten Grenzlinie für die von Skandinavien stammenden Moränen gab dasselbe Veranlassung zu gleichartigen Bildungen, deren Schichtenfolge im Allgemeinen mit der oben für den südlichsten Theil von Schweden angegebenen übereinstimmt. Untersucht man die fossilen Reste aus den während der Eiszeit, sowie den kurz vor und nach derselben abgesetzten Schichten, so kann man hinsichtlich des Klimas während dieser Perioden wichtige Aufschlüsse erhalten.