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Ueber glaciale Erscheinungen im Groninger Hondsrug.

Van Calker, F. J. P.

Kurzfassung

In einer früheren Mittheilung habe ich eine Reihe von Erscheinungen aus dem hiesigen Diluvium beschrieben, welche direct oder indirect die einstmalige Gletscherwirkung bekunden, so das Vorkommen von abgeschliffenen, polirten, geschrammten und gekritzten Geschieben, von Breccien mit zerquetschten Geschieben (Meyn's Individual-Breccien) und von einzelnen anderen Geschiebearten mit charakteristischer Oberflächen - Beschaffenheit. Namentlich aber legte ich Gewicht auf den Nachweis echter Grundmoräne, welche auch a.a.O. näher beschrieben wurde. Dagegen suchte ich damals vergebens nach einem Aufschlüsse, welcher Erscheinungen örtlicher Gletscherwirkung in Form von Stauchungen, Einpressungen, Verschleppungen gezeigt hätte, wie ich sie nach einer älteren, von A. Cohen gegebenen Abbildung eines Profiles im Hondsrug vermuthete. Ein neuer Einschnitt in den Hondsrug, unmittelbar vor dem Dörfchen Helpman, östlich von der von der Stadt Groningen dorthin führenden Strasse, unweit der Stelle, von welcher genannte Abbildung stammt, hat meine Vermuthung bestätigt. Zur Tieferlegung eines Fahrweges und zur Gewinnung von Bauterrain wurde nämlich dort im Laufe der letzten Wochen ein durchschnittlich circa 3 m tiefer Abstich hergestellt, welcher ein von ONO nach WSW gerichtetes Profil lieferte. Dieses Profil zeigt unter einer dünnen Humusdecke eine undeutlich begrenzte Lage von mit Sand gemengtem Humus, welche sich stellenweise mehr oder weniger trichter- und schlauchartig in den darunter befindlichen hier und da lehmreicheren Geschiebesand fortsetzt. Letzterer hat den Charakter einer Grundmoräne, aus welcher der Lehm mehr oder weniger ausgewaschen ist. Eine grosse Menge von Geschieben, worunter einzelne abgeschliffene und gekratzte, auch solche von beträchtlichen Dimensionen (von 1 m und mehr Grösse). sind aus demselben an's Tageslicht gekommen. Unter oder zwischen diesem lehmigen Geschiebesande zeigten sich nun an verschiedenen Stellen recht charakteristische Pressungserscheinungen, von welchen die deutlichsten in den beigefügten Abbildungen (Fig. 1-3) dargestellt sind.