Original paper

Neue Beobachtungen über die Quartärbildungen der Magdeburger Börde.

Salisbury, Felix; Wahnschaffe, R. D.

Kurzfassung

Ein zweitägiger geologischer Ausflug durch die Magdeburger Börde, welcher von den Verfassern zu dem Zwecke unternommen wurde, um den amerikanischen Fachgenossen mit den Quartärbildungen der dortigen Gegend bekannt zu machen, hat in mancher Hinsicht neue Ergebnisse gebracht, welche die früheren Beobachtungen über diesen Gegenstand bestätigen und ergänzen. Der Ausflug begann beim Bahnhofe Langenweddingen und berührte im weiteren Verlauf die Ortschaften Sülldorf, Dodendorf, Sohlen und Westerhüsen. Von Schönebeck aus wurde der Hummelsberg besucht und vom Bahnhofe Eickendorf aus die Braunkohlengruben "Alexander" und "Eintracht". Von hier ging der Weg über Brumby nach Calbe a. S., woselbst der Ausflug sein Ende fand. Was zunächst die beim Bahnhof Langenweddingen gelegene Grandgrube von Stichnoth betrifft, deren geologisches Profil bereits mitgetheilt worden ist, so war durch das weitere Fortschreiten des Abbaues an der südöstlichen Wand der Grube, 1-0,5 m unter dem Löss, eine 0,2-0,8 m mächtige Schicht von z. Th. sehr grossen nordischen Blöcken aufgeschlossen, die im Grand eingelagert war und sich an der Nordostwand auskeilte. Die theilweis mehr als 1 m Durchmesser besitzenden Blöcke, welche auf der Sohle der Grube zusammengehäuft lagen, schienen aus dieser Schicht zu stammen. Einige von ihnen waren deutlich geschrammt. Wenn man die Grösse dieser nordischen Blöcke in Betracht zieht, so erscheint die Annahme unzulässig, dass sie, bei dem vollständigen Fehlen der dazu notwendigen Gefällsverhältnisse, durch Wassertransport an diese Stelle geschafft worden seien. Es ist möglich, besonders mit Rücksicht auf die gut erhaltene Schrammung, dass die Geschiebe in Beziehung zur Steinsohle des Lösses stehen, die vom Verfasser der bereits erwähnten Arbeit als ein Rest des durch die Abschmelzwasser des Inlandeises zerstörten oberen Geschiebemergels aufgefasst wurde.