Original paper

Zur mikroskopischen Untersuchung von Calcit, Dolomit und Predazzit.

Lemberg, J.

Kurzfassung

Im 39. Bande, p. 489 dieser Zeitschrift zeigte ich, dass, wenn oben genannte Minerale folgeweise mit Fe2Cl6 und (NH4)2S behandelt werden, der Calcit durch abgelagertes FeS schwarz, Dolomit und Brucit dagegen hellgrün gefärbt werden. Diese Schwarzzeichnung des Calcits ist als Erkennungszeichen wenig geeignet, wenn schon andere schwarze Stoffe, z. B. Magneteisen oder kohlige Substanzen vorhanden sind; auch manche dem Gestein beigemengte Minerale, die, mit FeCl3 oder (NH4)2S in Wechselwirkung tretend, gleichfalls schwarz gefärbte Umsetzungsstoffe liefern, beeinträchtigen die Schärfe der Reaction, z. B. manche Brauneisenarten werden durch (NH4)2S sehr rasch zu FeS umgewandelt. Es ist somit wünschenswerth, in solchen Fällen ein anderes Kennzeichen für Calcit zu besitzen. Bekanntlich wird aus Aluminiumsalz-Lösungen durch Calcit in der Kälte Thonerdehydrat rasch und vollständig gefällt, es war zu erwarten, dass Dolomit sehr viel langsamer Al-Salze zerlegen wird. Wird ferner Thonerde bei Gegenwart eines Farbstoffes aus Al-Salz-Lösungen niedergeschlagen, so verbindet sich dieselbe gewöhnlich mit dem Farbstoff zu einem in H2O unlöslichen, sogenannten Lack, der je nach dem Farbstoff verschieden gefärbt ist. Es wurde nun zu den Versuchen folgende Lösung hergestellt. 4 Theile trockenes Chloraluminium (Al2Cl6) wurden in 60 Theilen Wasser gelöst, 6 Theile Blauholz (Haematoxylon campechianum) zugegeben und dann 25 Minuten unter Umrühren und Ersatz des verdampften Wassers gekocht; die tief violette Lösung wurde filtrirt. Weniger Al2Cl6 auf obige Wassermenge zu nehmen, ist nicht empfehlenswerth, die zu verwendende Blauholzmenge dürfte je nach dem Hämatoxylin-Gehalt schwanken.