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Über devonische Aviculiden und Pectiniden.

Fritz, Frech

Kurzfassung

Die monographische Bearbeitung der devonischen Monomyarier und Heteromyarier Deutschlands, die das 3. Heft des VIII. Bandes der Abhandlungen der königl. preuss. geologischen Landesanstalt bilden wird, hat ein unerwartet reiches Ergebniss geliefert. Zwar werden die genannten Bivalven-Gruppen nur durch die drei Familien der Pectiniden, Aviculiden und Mytiliden vertreten-ausserdem liegt ein zweifelhaft kleines, vielleicht zu Ostrea gehöriges Stück vor -; trotzdem beträgt die Zahl der unterschiedenen Arten ca. 130, die zu 2/5 aus neuen Formen bestehen und sich auf 15 Gattungen bezw. Untergattungen vertheilen. Von den zu der genannten Arbeit gehörigen Tafeln (in 4º) sind bereits 10 auf der königl. geologischen Landesanstalt durch Herrn Ohmann vollendet, während für einige weitere das Material bereit liegt. Die systematische Anordnung der fraglichen Gruppen entspricht, soweit angängig, der des Zittel'schen Handbuchs. Betreffs der Familien liess sich das wichtige Ergebniss feststellen, dass eine scharfe Trennung zwischen den Pectiniden, Aviculiden und Mytiliden im Devon nicht vorhanden ist. Dass Aviculopecten ein solches Bindeglied darstellt, war schon früher bekannt, wie der Name der Gattung besagt. Die lange, dem Oberrande parallele Ligamentfurche erinnert mehr an Avicula als an Pecten, und die Feststellung der Familien - Zugehörigkeit wird dadurch um so schwieriger, dass es selten gelingt, über die Lage des Muskeleindrucks in's Klare zu kommen. In der That ist auch in neueren Arbeiten (z.B. von Beushausen) Avicula und Aviculopecten verwechselt worden. Noch besser zu verfolgen und fast vollkommen unmerklich ist der durch die Gattungen Gossletia und Myalina vermittelte Uebergang von Aviculiden und Mytiliden.