Original paper

Über seine im vergangenen Herbste unternommene Untersuchung des genaueren Verlaufes und der weiteren Forsetzung des bekannten Joachimsthal-Chorin-Lieper Geschiebewalles.

Berendt, G.

Kurzfassung

Die wichtigste und daher in erster Reihe hervorzuhebende Beobachtung ist hiernach die Feststellung der Thatsache, dass man es in dem genannten Uckermärker Geschiebewall wirklich mit einem solchen, d.h. mit einer wallartigen, den Endmoränen heutiger Gletscher völlig entsprechenden einstmaligen Endmoräne des hier längere Zeit, abschmelzend, zum Stillstande gekommenen Eises der Diluvialzeit zu thun hat. Der Hervorhebung dieses Punktes bedürfe es in doppelter Hinsicht. Einmal deswegen, weil die verschiedenen Aufschlüsse des Geschiebewalles, namentlich bei Liepe, bei Chorin und bei Joachimsthal, zwar schon lange bekannt und auch von Geologen besucht worden sind - im Jahre 1880 hatte der Vortragande selbst die Ehre, den damals in Berlin tagenden deutschen Geologentag zu einem der schönsten Aufschlüsse bei Liepe zu führen - jedoch stets in der Hauptsache nur betreffs des inneren Aufbaues, der Art der Gesteine und dergl. Beachtung fanden; zum andern weil die in besonderer Abhandlung von Herrn E. Geinitz unlängst gegebene Darstellung der betreffenden mecklenburgischen Verhältnisse wirkliche Geschiebewälle gar nicht kennt, sodass es bereits den Anschein hatte, als habe es sich bei allen bisherigen Nachrichten von Geschiebewällen nur um die von Herrn E. Geinitz beschriebenen Geschiebestreifen gehandelt, d.h. mehr oder weniger breite Landstriche, in welchen der Geschiebereichthum der Oberfläche oder der der Oberfläche nächstliegen den Schicht besonders zunimmt. Solche, durch ihre Geschiebemassen besonders in die Augen fallenden Landstriche giebt es allerdings vielfach in Norddeutschland und ganz besonders auch in der in Rede stehenden Uckermark.