Original paper

Beobachtungen über Entstehung und Alter der Pampasformation in Argentinien.

Roth, Santiago

Kurzfassung

I. Das Delta des Parana. Allgemeines. Das Terrain, von dem ich hier berichten will, zieht sich zu beiden Seiten des Parana entlang bis nach dem Städtchen La Paz in der Provinz Entre Rios. Die linke. Seite des Parana, also die Provinz Entre Rios, habe ich nur etwa 50 km landeinwärts durchforscht, während ich die rechte bis nach Bahia Bianca kreuz und quer durchreist und durchforscht habe. In diesem Erdstrich treten mit Ausnahme der Sierren de Tandil und de la Ventana nur drei von einander verschiedene Formationen auf. Auf der westlichen Seite des Parana befindet sich die sogenannte Pampasformation, auf der östlichen die Meeres- oder Deltabildung von Entre Rios und zwischen diesen beiden, etwas tiefer eingesenkt, das Delta des heutigen Parana. Ausdehnung. Die Länge des Parana-Deltas vom Zusammenfluss des Parana und Uruguay bis nach La Paz beträgt beinahe 600 km, womit jedoch nicht gesagt sein soll, dass dasselbe hier aufhört. Seine Breite variirt zwischen 25-50 km. Bevor der Parana in den La Plata mündet, verbindet er sich mit dem Delta des Uruguay und erreicht hier eine Breite von über 100 km. Dieses Delta, hier allgemein Islas genannt, bildet eine fast horizontale Ebene, mit dem gleichen Gefälle wie der Parana, nämlich von La Paz bis zur Mündung des La Plata 30 m, und bildet gleichsam eine breite Rinne zwischen dem Deltagebilde von Entre Rios und der Pampasformation. Zu beiden Seiten befinden sich die sogenannten Barrancas. Barranca heisst zwar Schlucht; hier versteht man aber darunter einen Terrassen-Absturz. Auf der rechten Seite bildet dieselbe meistens eine steile, nackte Wand von durchschnittlich 20 m Höhe, um welche die Pampas-Ebene höher liegt als das Delta des Parana. Die Barranca auf der Seite von Entre Rios ist bedeutend höher, indem sie an verschiedenen Stellen eine Höhe von 50 m erreicht; sie bildet aber weniger eine fortlaufende Wand, da sie mehr von Thälern unterbrochen wird, fällt auch meistens nicht so steil ab wie die auf der rechten Seite und ist an vielen Stellen bewaldet. Diese Barrancas, die ich bei jeder einzelnen Formation eingehender behandeln werde, sind für den Geologen von grösstem Werth, da ihm hier auch die unteren Schichten zugänglich sind, welche im Innern des Landes meistens von anderen Schichten überlagert werden. Kanäle und Lagunen.