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Mineralien und Gesteine aus dem hessischen Hinterland.

Brauns, Reinhard

Kurzfassung

1. Palaeopikrit, Webskyit und Granat von Bottenhorn. Die Palaeopikrite des hessischen Hinterlandes sind zum Theil interessant durch ihre Verwitterungsproducte, welche trotz der wesentlich gleichen Beschaffenheit dieser Gesteine sehr verschiedener Natur sein können. Von solchen Neubildungen hat Oebbeke einen Serpentin der "Schwarzen Steine" analysirt, und ich habe vor einiger Zeit von Amelose bei Biedenkopf Chrysotil, Metaxit, Pikrolith, Webskyit, Quarz und Kalkspath neben einigen untergeordnet auftretenden Mineralien beschrieben. Seitdem habe ich bei Bottenhorn einen Palaeopikrit aufgefunden, welcher durch seine Verwitterung Anlass zur Bildung von Webskyit und Granat gegeben hat und durch diese Verschiedenheit unsere Kenntniss von den Verwitterungsproducten des Palaeopikrit ergänzt und vermehrt. Der unten folgenden Beschreibung der Neubildungen gehen einige Bemerkungen über die Bestandteile des Palaeopikrit, namentlich die chemische Zusammensetzung des Augit voraus. Der Palaeopikrit von Bottenhorn findet sich an dem Wege nach Frechenhausen unmittelbar an dem Eingang des Waldes; das nur von einer dünnen Humusschicht bedeckte Gestein ist durch einen Bruch aufgeschlossen und hat das Material zur neuen Kirche in Bottenhorn geliefert; seit Fertigstellung derselben ist der Steinbruch nicht mehr in Betrieb. Das Gestein ist zum Theil noch recht fest und scheinbar frisch, nur an den Wänden einiger Klüfte ist es zersetzt und mürbe; hier finden sich die Neubildungen, der Webskyit und Granat.