Original paper

Åsarbildungen in Norddeutschland.

Berendt, G.

Kurzfassung

Im vergangenen Sommer hatte ich Gelegenheit auch bei uns in Norddeutschland mehrfach stundenlang über echte Åsar zu wandern, wie sie unsere schwedischen Nachbarn wohl grösser, aber kaum deutlicher aufzuweisen haben. Herrn Schröder gebührt das Verdienst, zuerst auf diese schmalen und steilen Kiesrücken aufmerksam gemacht zu haben, wie er sie in seinen Aufnahmegebiet in der Gegend von Brüssow besitzt und in der Folge wohl eingehend beschreiben wird. Bereits im Frühsommer besuchte ich in Gemeinschaft mit ihm und Herrn Beushausen mehrere solche Kämme auf Section Wallmow und Gramzow östlich Prenzlau. Die von mir im September d. J. untersuchten Rücken befinden sich in der Gegend westlich und südlich Pasewalk und gleichen denen der Brüssower Gegend auf's Haar. Wie ich jene beim ersten Anblick für echte Åsar erklärt habe, so bin ich auch heute, nachdem ich inzwischen schwedische und auch norwegische Åsar an Ort und Stelle gesehen habe, keinen Augenblick zweifelhaft, dass wir es mit ein und derselben Bildung hüben wie drüben zu thun haben. Mögen die Meinungen über die Entstehungsweise solcher Åsar immerhin noch eine Weile auseinander gehen, die Thatsache ihres Vorkommens in Norddeutschland, wo sie bis jetzt unbekannt waren, ist aber nicht mehr zu läugnen. Zum Beweise dessen genügt ein Ausflug von Pasewalk aus, entweder zu dem südlich der Stadt bezw. des Dorfes Rollwitz und des alten Chausseehauses längs der Kunststrasse sich hinziehenden und in den Eiskellerbergen bei Malchow, dem Köth'schen Berge und einem bis in die Gegend von Dauer und zum Rande des Ueckerthales zu verfolgenden Kiesrücken besonders deutlich hervortretenden Ås, oder zu der auf dem anderen, westlichen Ufer des breiten Ueckerthales entwickelten Ås-Gruppe von Wilsikow-Werbelow westlich Pasewalk.