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Ueber neue Funde von Sigillarien in der Wettiner Steinkohlengrube.

Weiss

Kurzfassung

Germar in seinem Werke über die Wettin-Löbejüner Steinkohlenflora und Fauna hat bekanntlich nur 2 Sigillarien - Arten beschrieben und abgebildet, nämlich eine S. spinulosa Germ. und eine S. Brardi Brongn. Die verhältnissmässige Seltenheit des Vorkommens von Sigillarien gehört nicht blos zu den localen Eigentümlichkeiten dieser Wettiner Schichten, sondern überhaupt zu den Charakteren der Stufe, welche sie darstellen und welche derjenigen der Ottweiler Schichten im Saar - Rheingebiete gleichsteht. Umsomehr erregt es das Interesse, dass in neuerer Zeit wiederholt reichliche Funde von Sigillarien - Resten in der Wettiner Steinkohlengrube von den Herren Obersteiger Danz und Steiger Seidel gemacht wurden, deren erste durch Herrn Dr. Beyschlag nach Halle gekommen sind, während spätere Funde an die Geologische Landesanstalt in Berlin gelangten. Eine vorläufige Notiz hierüber möge gestattet sein, Ausführliches wird der Referent bei Gelegenheit der Publication seiner in Arbeit befindlichen Zusammenstellung der Sigillarien der preussischen Steinkohlengebiete bringen. Die Wettiner Sigillarien bilden nur wenige Alten und gehören den Formengruppen an, welche man als Leiodermarien (mit S. spinulosa), als Cancellaten (mit S. Brardi), als Rhytidolepis und als Gruppe der alternans (Syringodendron aut.) bezeichnet. Die Rhytiolepis sind, soweit ich sie kenne, nicht so gut in ihren äusseren Merkmalen erhalten, dass ich sie bereits näher definiren möchte; die sogenannte alternans hat Prachtstücke geliefert mit Reihen von Narbenpaaren, deren einzelne Narben 1 Centim. und mehr Längendurchmesser besitzen und wie so häufig oft mehr oder weniger vollständig in eine Narbe verschmelzen. Von Renault werden dieselben, den seitlichen Närbchen der Blattschilder in den übrigen Sigillarien entsprechend, als Spuren von Gummi- oder Harzgängen erklärt.