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Ueber Ablagerung recenten Lösses durch den Wind.

Siegert, Adolf; Sauer Th.

Kurzfassung

Die eigentümlichen meteorologischen Verhältnisse am Ausgange des verflossenen Winters 1887-88 sind Ursache gewesen, dass in gewissen Gebieten des mittleren und nördlichen Sachsens besonders in Folge der häufigen und lang andauernden Winde feine Staub- und Sandmassen von zeitweilig schneefreien Stellen aufgeweht und an windruhigen Orten auf und mit dem Schnee festgehalten, als lössähnliche Gebilde wieder abgelagert wurden. So beobachtete man auf fast allen Schneelagen und Schneewehen, welche sich an im Schatten der herrschenden südwestlichen und westlichen Luftströmungen liegenden Gehängen, zumal Weg- und Bahneinschnitten oft in ziemlicher Mächtigkeit angehäuft hatten, oberflächliche Anwehungen von Staub, welche bald in Form ziemlich gleichmässiger Lagen die Schneefläche bedeckten, bald abwechselnd dickere und dünnere Schichten bildeten, je nachdem der Wind die Schneefläche wellig gestaltet hatte. Das Material dieses Staubes aber entstammte nachweislich den benachbarten Feldflächen, von welchen durch die gemeinsame Thätigkeit von Wind und Sonne nicht blos die Schneedecke zeitweilig, sondern auch der Frost aus der obersten, wenn auch noch so dünnen Bodenschicht entfernt war. In Folge wiederholter Schneefälle und Wehungen entstanden häufig mehrere Staublagen über einander. Beim Zusammenschmelzen des Schnees summirten sich dann dieselben zu einer gewöhnlich die ganze Böschung, hauptsächlich aber deren unteren Theil gleichmässig bedeckenden Schicht, deren Dicke im ausgetrockneten Zustande durchschnittlich 2-3, zuweilen auch 4 cm erreichte. Die Masse besass eine etwas bräunlich bis grau-gelbe Farbe, zeigte zuweilen Andeutungen einer feinen Schichtung und war in der Regel ebenso feinmehlig beschaffen wie der echte Löss.