Original paper

Ueber die südliche baltische Endmoräne.

Geinitz, F. E.

Kurzfassung

Die Mittheilungen der Herren G. Berendt und F. Wahnschaffe über die südliche baltische Endmoräne veranlassen mich zu einigen kurzen Bemerkungen, die ich übrigens nicht veröffentlichen würde, wenn es sich lediglich um die Prioritätsfrage handelte. Im Jahre 1886 habe ich die zehn Mecklenburg durchquerenden, theilweise durch bogenartige Ausläufer und Querriegel unter einander verbundenen Geschiebestreifen möglichst eingehend bekannt gemacht. Die Geschiebestreifen in ihrer ganzen Breite wurden hierbei nicht als blosse Schuttwälle von Endmoränen aufgefasst, sondern als geschiebereiche Grundmoränenabsätze mit Endmoränentypus des sogen. Oberen Diluviums auf Bodenerhebungen des sogen. Unteren Diluviums resp. des Flötzgebirges. Ich sagte demgemäss: "Die Geschiebestreifen gleichen nicht den Endmoränen moderner Gletscher, vielmehr sind sie zu bezeichnen als die geschiebereichen Grundmoränen-Absätze des sogen. Oberen Diluviums, welche nur in geringer Mächtigkeit (0-8 m) auf schon vorhandenen Bodenerhebungen auf- und angelagert worden sind. Doch ist es wegen der Analogie mit den in Skandinavien als Endmoränen bezeichneten, unseren Geschiebestreifen entsprechenden Höhenzügen wohl gerechtfertigt, auch unsere Geschiebestreifen als Endmoränen oder endmoränenartige Anhäufungen der Grundmoräne der letzten Vereisung Norddeutschlands zu bezeichnen." In gleicherweise hatte ich im Jahre 1879 zwar "die Geschiebestreifen (in ihrer Gesammtbreite) nicht als blosse Schuttwälle einer Endmoräne" aufgefasst, aber einen Theil derselben "als Anhäufungen von Endmoränen" angesprochen.