Original paper

Über einen Gang von sehr grobkörnigem Gabbro, im Baste-Gestein (Olivinserpentin mit eingewachsenen serpentindurchspickten Bastit-Krystalloiden)

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Dieser Gang, der zufolge seines vorwiegenden Gehalts an Labrador (meistens im Saussurit-Umwandlungszustande) sich scharf von seinem dunklen Nebengestein abhebt, setzt im Forstorte Koleborn längs des untersten Theiles der neugebauten Forststrasse auf, die aus dem Radauthal oberhalb der sogenannten "Grotte" durch den genannten Forstort zum Hasselkopf und Sellenberg aufsteigt. Das schöne Ganggestein zeigt neben dem vorwiegenden feldspäthigen Gemengtheil grünlichen und braunen Diallag (letzterer das ursprünglich von A. Streng als Augit beschriebene, später aber von demselben Autor richtig erkannte Mineral) und viel braune bis farblose Hornblende, welche den Diallag gern säumt und dabei tief in denselben eindringt, aber auch in selbstständigen Krystallen gefunden wird. Auch etwas fuchsbrauner Glimmer und etwas Zirkon fehlt nicht. Der interessanteste Gemengtheil aber ist der von Jasche (Die Gebirgsformationen d. Grafschaft Wernigerode, 2. Aufl., p. 6) und Zimmermann (Harzgebirge, p. 214) aus der Gabbroformation des Harzes bereits aufgeführte Rutil, dessen andere und namentlich jüngere Autoren nicht mehr Erwähnung gethan haben. An seiner Stelle findet man dann in der That auch zumeist schwarzes undurchsichtiges Eisenerz (Titaneisen), in einzelnen Handstücken aber tritt dieses Erz mehr oder weniger zurück und rothes, körniges Rutilaggregat dafür auf, das auch unter dem Mikroskop deutlich die optischen Eigenschaften dieses Minerals erkennen lässt. Es hat allen Anschein, dass sich diese Rutilmassen auf Kosten des Titaneisenerzes, das Örtlich in spärlichen Körnchen (?Restchen) dazwischen liegt, secundär gebildet habe. Dafür spricht der Umstand, dass sie laut Ausweis des Dünnschliffs mit Hornblende und Glimmer und den saussuritischen Aggregaten vergesellschaftet sind. Im unveränderten Diallag oder im normalen Labrador wurden sie dagegen nicht angetroffen. Doch seien weitere Studien darüber vorbehalten.