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Über die Insel Urk in der Zuiderzee.

Karl, Martin

Kurzfassung

Das Eiland besteht aus einem etwa 9 m hohen, westlichen und einem flachen, kaum über den Meeresspiegel sich erhebenden, östlichen Theile; jener ist ein einzelner Hügel, auf dem das Dorf steht. Unter den Häusern geht an der Südseite hie und da Geschiebemergel zu Tage aus, aber ein eigentlicher Aufschluss fehlt. Dagegen ist in Leiden eine grosse Reihe von Bohrproben Harting's vorhanden, welche zeigen, dass der Hügel aus einem Geschiebemergel besteht, der neben zahlreichen krystallinischen Felsarten und Kreidefeuersteinen, namentlich auch obersilurische Kalke in grosser Zahl führt. Diese sind vorherrschend Beyrichien- untergeordnet Korallen-Kalke; zum Theil sind sie sehr schön geritzt. Braunkohlenbrocken, welche in dem Geschiebemergel vorkommen, machen es sehr wahrscheinlich, dass derselbe als unteres Diluvium bezeichnet werden muss, entsprechend der bereits von Klockmann aus anderen Gründen vertretenen Ansicht. Unbegründet ist die Darstellung Harting's, wonach das Diluvium geschichtet sein sollte, und ebenso unbegründet die auch von Staring aufgenommene Mittheilung, dass andere als die erwähnten diluvialen Sedimentärgeschiebe auf Urk gefunden seien; die Bestimmungen, welche dieser Auffassung zu Grunde liegen, beruhen auf elementaren Verwechselungen. Der flache, östliche Theil der Insel wird von Uferwällen umgürtet, die aus dem umgelagerten Materiale des Geschiebemergels bestehen und die gleichen Geschiebe wie Letzterer in grosser Zahl enthalten.