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Zur Kenntniss der Bildung und Umwandlung von Silicaten.

Lembebg, J.

Kurzfassung

I. Die auffallende Thatsache, dass der Sodalith schon in den ältesten Tiefengesteinen sich vorfindet, während der nahe verwandte Hauyn bis jetzt nur in Ergussgesteinen jungen Alters angetroffen wurde, könnte vielleicht durch die Annahme erklärt werden, dass zwar beide Minerale sich in allen geologischen Perioden gebildet hätten, der Hauyn jedoch sehr viel leichter umwandelbar sei als der Sodalith und somit durch hydrochemische Vorgänge zerstört sei, während der Sodalith sich erhielt. Zur Aufklärung dieser Frage wurden folgende Versuche angestellt. No. 1. Hauyn von Niedermendig; derselbe wurde im Digestor bei 200°-210° mit folgenden Lösungen erhitzt. No. 2. Mit CaCl2 - Lösung (25 pCt. CaCl2 enthaltend) 174 Stunden lang; der abgeschiedene Gyps durch Behandeln mit Wasser entzogen. No. 3. Mit MgSO4 - Lösung (10 pCt.) 150 Stunden; das abgeschiedene CaSO4 durch Behandeln mit KCl-Lösung entzogen. Es wurde ferner Hauyn mit reinem Wasser 288 Stunden bei 200°-215° behandelt; das Wasser reagirte nach der Einwirkung schwach alkalisch und enthielt sehr wenig Na2SO4 gelöst; gleichzeitig hatte eine schwache Hydratation des Hauyns stattgefunden: es betrug der Wassergehalt des letzteren nunmehr 2,06 pCt. Als genau unter denselben Umständen Na2SO4-Lösung auf den Hauyn einwirkte, waren Spuren von CaSO4 in Lösung gegangen, der Wassergehalt des Hauyns war auf 1,61 pCt. gestiegen.