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Ueber eine Saurierplatte aus dem oberschlesischen Muschelkalke.

Kunisch, Hermann

Kurzfassung

Die Saurier des deutschen und französischen Muschelkalkes sind in der Mitte unseres Jahrhunderts von Hermann v. Meyer in der ausführlichsten Weise behandelt worden. Von ihm sind mehr als 800 Saurierreste dieses Gebietes, welche aus 46 öffentlichen und privaten Sammlungen herbeigeschafft worden waren, eingehend beschrieben und auf nicht weniger als 70 Tafeln (Gross-Folio) in ungefähr 1000 Abbildungen musterhaft zur Darstellung gebracht worden. Der genannte Forscher ist vor Allem bemüht gewesen, "zu zeigen, welche Theile aufgefunden sind, und diese Theile so darzustellen, dass es möglich wird, nunmehr alles geeignet damit in Verbindung zu bringen, was durch fortgesetzte Ausbeutung der triasischen Gebilde sich noch wird gewinnen lassen." Die Unterbringung der einzelnen Reste in bestimmte Genera und Species hat er wegen des durchaus vorherrschenden vereinzelten Vorkommens der zahlreichen Skelett-Theile und wegen der daraus sich ergebenden, höchst fraglichen Zusammengehörigkeit derselben thunlichst vermieden. Unter dem reichen Material, welches v. Meyer für seine Monographie zur Verfügung stand, fand sich nicht ein einziges vollständiges Skelett und nur eine geringe Zahl von Kalksteinplatten, welche eine grössere Anzahl von Skelett-Theilen in mehr oder minder losem Zusammenhange enthielten. Als solche sind hervorzuheben: 1. Die fast vollständige, mit einigen Rippenbruchstücken besetzte Wirbelsäule von Nothosaurus mirabilis aus dem Muschelkalke von Bayreuth (t. 23, p. 29 ff.), welche der Kalksteinplatte seitlich aufliegt und somit eine Seitenansicht gewährt.