Original paper

Ueber Edestus protopirata Trd.

Trautschold, H.

Kurzfassung

Nachdem ich mehrere Male über zahnartige Gebilde berichtet, die sich im oberen Moskauer Bergkalk gefunden, und die ich zu dem Genus Edestus gezogen hatte, ist auch in Zittel's vortrefflichem Handbuch der Paläontologie im Jahre 1887 jenes Genus unter den problematischen Ichthyodorulithen zur Besprechung gekommen. Nach Zittel ist der Geschlechtscharakter von Edestus wie folgt: "Sehr grosse, bis 1/3 m lange, symmetrische, mehr oder weniger gekrümmte, schmale Gebilde, angeblich von zelliger Knochenstructur. Querschnitt am dicken Ende eiförmig, am entgegengesetzten leistenförmig. Auf einem Rande steht eine Reihe grosser, dreieckiger, abgeplatteter, an den zugeschärften Seiten gekerbter Zähne, welche offenbar nach einander entstanden sind und eine eigenthümliche Segmentirung des Stachels andeuten". Dieser Charakter passt so wenig auf das Fossil von Mjatschkowa, dass ich mich genöthigt sehe, dasselbe von Edestus zu trennen. Ich erlaube mir daher, die Artbezeichnung meines Edestus protopirata zum Geschlechtsnamen zu erheben und das Fossil Protopirata centrodon zu nennen. Vor Allem passt auf das Fossil von Mjatschkowa nicht die Krümmung, ferner ist der Querschnitt weder ei- noch leistenförmig, endlich ist keine Segmentirung bei dem russischen Fossil vorhanden. Wie die naturgetreue Zeichnung auf der meinem Artikel vom Jahre 1884 beigegebenen Tafel zeigt, verläuft der Kiel des Fossils fast geradlinig, und auf dem Kiel, der bei einem meiner Exemplare eine Länge von 71/2 cm hat, ist nirgend ein Einschnitt zu bemerken. Auch die Grenze zwischen dem mit Schmelz bedeckten Zahne und der matten Wurzel bildet ebenfalls eine gerade Linie.