Original paper

Thoracosaurus macrorhynchus Bl. aus der Tuffkreide von Maastricht.

Koken, Ernst

Kurzfassung

Das zu beschreibende Stück befindet sich im Besitze des geologischen Reichsmuseums zu Leiden und wurde mir von Herrn Prof. K. Martin, dem ich auch an dieser Stelle meinen Dank für die bewiesene Liebenswürdigkeit abzustatten mir erlaube, zur Bearbeitung übergeben. Ueber die Auffindung des Restes beziehungsweise über das genauere geologische Niveau ist nichts Näheres bekannt; dem anhaftenden Gesteine nach dürfte es aus den höheren Lagen der Maastrichter Schichtenfolge stammen. Die Erhaltung ist im Allgemeinen eine günstige, stellenweise vorzüglich zu nennen; die Knochen sind vollständig aus der Gesteinsmasse herausgearbeitet und die Nähte und Trennungsfugen mit grosser Schärfe zu verfolgen. Die einzelnen Stücke, in welche der Rest zerfallen war, Hessen sich wieder zusammenfügen und bilden nun den auf Taf. XXXII dargestellten Schädel, an welchem nur der vordere Theil der Schnauze und das eigentliche Schädeldach fehlen; auch die Choanenmündung ist leider stark beschädigt. Die Zähne sind zum grössten Theile ausgefallen oder abgebrochen. Beschreibung. Das Basioccipitale bildet den Hinterhauptscondylus, doch tragen auch die Exoccipitalia dazu bei, während sowohl bei Gavialis gangeticus wie bei Tomistoma Schlegeli die Naht zwischen Exoccipitale und Basioccipitale den eigentlichen Condylus unberührt lässt. Die unter dem Condylus liegende Fläche des Basioccipitale ist sehr charakteristisch gestaltet, indem die etwa fünfseitige Fläche durch eine Kante, welche in der Mitte halbkreisförmig gebogen ist, seitlich scharf in die Höhe strebt und sich verliert, in zwei getrennte Partieen zerfällt, deren untere unter dem Einflüsse der Halsmusculatur gewisse Veränderungen erlitten hat.