Original paper

Ueber das Vorkommen von Kreide unter dem Diluvium der Gegend von Oldenburg i. Holst.

Nölting, J.

Kurzfassung

Durch anderweitige Beschäftigung an einer eingehenderen Untersuchung vorliegenden Stoffes verhindert, erlaube ich mir folgende Mittheilung als vorläufigen Bericht für die Zeitschrift. Bei Studium des Blattes No. 60 "Oldenburg i. Holst," der Generalstabskarte fiel mir der Parallelismus auf, der zwischen dem Höhenzug der Insel Fehmarn, dem Fehmarsunde, den Höhen auf Land Oldenburg, dem Oldenburger Graben und den Erhebungen südlich dieses Einschnittes herrscht; alle diese Höhen und Senkungen streichen WNW-OSO. Da das hypothesirte Kreidegebirge Rügen-Möen in derselben Richtung streichen soll, glaubte ich in allen diesen Objecten Parallelfaltungen des erwähnten Gebirges annehmen zu dürfen und beschloss, das Liegende des Diluviums in diesem Landstriche eingehender zu untersuchen. Die Resultate einer Excursion im Anfang October vorigen Jahres sprachen für meine Annahme; in drei Fällen konnte ich Kreide constatiren: 1. 4 klm westlich von Heiligenhafen steht auf 24 Schritte blos liegend am Strande ein Kreidemergel von ungestörter Schichtung an. 2. Auf dein Hofe Heringsdorf, Herrn Müller gehörig, ist ein Areal von 38 Tonnen, auf dem oft 20 cm unter der Ackerkrume sich anstehende weisse Schreibkreide befindet. 3. Auf dem Gute Kalkberg, 3 klm südlich von Heringsdorf, befindet sich dieselbe Kreide wie dort. Jedes Vorkommen war petrefactenlos; weitere Arbeiten sollen das Material näher bestimmen. Ebenso hoffe ich durch fernere Excursionen weitere Resultate aufzudecken.